Erbe des Tennis- Barons verkauft

Von Joachim Baier dpa Hannover - Ein wuchtiger "Oldenburger Schrank" aus dem beginnenden 18. Jahrhundert ging für 15 000 Mark weg. Acht "Louis-XVI."- Armlehnstühle von 1780 erbrachten 12 500 Mark. Für eine Warmhalteglokke bezahlte ein Käufer immerhin 550 Mark.

Elf Jahre nach seinem Tod wurden am Sonnabend in Hannover wertvolle Sammlerstücke des Tennis-Barons Gottfried von Cramm, der von 1935 bis 1937 dreimal im Einzel-Finale von Wimbledon stand und jedesmal unterlag, versteigert.

Das Interesse während der gut besuchten Auktion galt mehr dem Porzellan, das dem "Gentleman des weißen Sports" gehört hatte, als dessen Pistolen und Gemälde. Für das Porzellan wurde oft das Drei- bis Vierfache des Katalog- Preises bezahlt.

"Die Stücke sind zu hervorragenden Preisen weggegangen, davon träumt man", sagte der Auktionator Karl-Heinz Kastern. Der gesamte Erlös beträgt etwa 250 000 Mark.

Der Bruder Gottfried von Cramms, Ernst- Wilhelm Freiherr von Cramm (69), hatte die Erbstücke versteigern lassen.

Der Tennis-Baron, der in zweiter Ehe mit der Woolworth-Erbin Barbara Hutton verheiratet war, ist 1976 bei einem Autounfall in Ägypten ums Leben gekommen.

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