Anwohner behaupten: Nur wegen der Wahl hält die Baubehörde ihre Pläne noch geheim

Fontenay: Ist die Bebauung längst beschlossene Sache?

Ist die umstrittene Bebauung im Gebiet zwischen Fontenay, Mittelweg und Alsterufer, nach Bürgerprotesten vorerst gestoppt, in Wirklichkeit doch schon beschlossene Sache? Die Interessengemeinschaft "Rettet die Fontenay" hat Informationen, wonach die von Bausenator Eugen Wagner versprochene Überprüfung der Bebauungspläne längst abgeschlossen ist, das Ergebnis aber bis nach der Wahl unter Verschluß bleiben soll. In der Baubehörde wird diese Behauptung betritten.

Wie berichtet, hatte Wagner im Sommer den bereits von der Bezirksversammlung Eimsbüttel beschlossenen Baubauungsplan "Rotherbaum 25" kassiert, nachdem es zu heftigen Protesten gekommen war. Nicht nur die Umweltschutzorganisation

"Robin Wood" und die Anlieger, auch viele prominente Hamburger hatten sich gegen die Bebauung dieser "grünen Oase" an der Alster gewandt.

Bauherr ist der Unternehmer Robert Vogel, zugleich stellvertretender FDP- Landesvorsitzender. Er hat in derselben Gegend bereits das "Interconti"-Hotel und den "Affenfelsen" (Grüner + Jahr) gebaut. Seit nunmehr zwölf Jahren will er auch die Grundstücke dazwischen bebauen. Vogel beruft sich dabei auf das Testament des alten John Fontenay, das ihm die Erbbaurechte einräumt. Geplant sind fünf Blöcke mit 130 Wohnungen, dazu Büros und Tiefgaragen.

Nach Ansicht der Interessengemeinschaft ist das nicht nur ein überflüssiges Vorhaben, sondern ein "Vernichtungsplan", der die letzten Reste innerstädtischen Grüns an dieser Stelle beseitigen würde. Viele wertvolle Bäume würden fallen, die Linden an der Fontenay-Allee verschwinden, die Alstersilhouette würde verschandelt. Vogel bestreitet das alles.

Ob die Pläne verwirklicht werden müssen - Bausenator Wagner wollte es noch einmal prüfen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldete jedoch vor kurzem, die Prüfung sei beendet, die Einsprüche seien verworfen, das Ergebnis werde aber bis nach der Wahl auf Eis gelegt. Behördensprecher Detmar Müller- Landre bestreitet das: "Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen." Er gibt aber zu, daß eine wesentliche Änderung des Planes allein vom Entgegenkommen Vogels abhänge.

Der wiederum gab jetzt zu verstehen, er würde allenfalls noch drei Monate stillhalten. Und das auch nur, wenn die Hamburger FDP mit der SPD eine Regierung bilden würde. scho

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