Im September beginnen die großen Manöver

ap/dpa/SAD Bonn/Mons - Bei mehreren großen Manövern testen NATO- Streitkräfte und Bundeswehr im September ihre Einsatzbereitschaft.

An der Herbstübung "Fränkischer Schild" werden dabei vom 18. bis 26. September im mainfränkischen Raum rund 50 000 Soldaten der Bundeswehr sowie der amerikanischen und der französischen Streitkräfte mit 3400 Kettenfahrzeugen, 14 000 Radfahrzeugen und 220 Heeresflugzeugen teilnehmen. Unter dem Kennwort "Cold Fire 86" werden sich auch die deutsche und die alliierte Luftwaffe daran beteiligen.

Beteiligt sind Einheiten des III. Korps der Bundeswehr, Teüe der ersten französischen Panzerdivision und die erste US-Infanteriedivision, die dabei deutschem Kommando unterstellt sind. Die Bundeswehr hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Manöverschäden so gering wie möglich zu halten und den Straßenverkehr möglichst wenig zu behindern.

Parallel dazu finden in Jütland und in Schleswig-Holstein vom 22. bis 25. September die Marineübung "Northern Wedding" (Nördliche Hochzeit) und die Heeresübung "Bold Guard" (Kühne Wacht) statt. An "Bold Guard" werden dänische, deutsche, amerikanische, britische und niederländische Einheiten mit 65 000 Mann, 2400 Kettenfahrzeugen sowie 150 Flugzeugen und 20 Schiffen teilnehmen. Eine Brigade - rund 1600 Mann - des US-Marine Corps, der "Ledernacken", wird nach Husum verlegt werden, um ebenfalls teilzunehmen. Geübt werden Einsatzbereitschaft und Schlagkraft bei der Verteidigung der Ostseezugänge und das Zusammenwirken mit herangeführten Verstärkungen. "Bold Guard" ist auch Teil der NATO-Übung "Autumn Forge 86" (Herbstschmiede) und mit der Marineübung "Northern Wedding" verknüpft.

Beide Großübungen hat Bonn den anderen 34 Staaten der KSZE-Schlußakte angekündigt und Beobachter auch aus den Ostblockstaaten eingeladen. Das Verfahren soll die Vertrauensbildung unter den KSZE-Staaten fordern.

Unterdessen hat die griechische Regierung beschlossen, ein großes NATO-Manöver an der Südflanke der Allianz zu boykottieren. Wie das NATO-Oberkommando SHAPE im belgischen Mons mitteüte, nehmen damit nur amerikanische, türkische und italienische Streitkräfte teil. Hintergrund des Boykotts ist der türkischgriechische Streit in der Ägäis.

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