Britischer Verband bereitet sich auf Manöver vor

Zur "Kühnen Wacht" in Hamburg

Durch Hamburgs Straßen fahren seit einigen Tagen grüne Landrover mit schwarzen Nummernschildern: Rund 650 Soldaten eines britischen Infanteriebataillons - des "Ist Bataillon The Duke of Wellington Regiment" -sind zur NATO-Übung "Bold Guard" (Kühne Wacht) in die Hansestadt gekommen.

An dieser Großübung werden in Schleswig-Holstein vom kommenden Montag an bis zum Freitag rund 65 000 Soldaten teilnehmen, darunter etwa 15 000 Briten.

Bis zum Beginn des Manövers sind sie in Kasernen und auf Übungsplätzen in Schleswig-Holstein und - das eine Bataillon - in Hamburg untergebracht. Von den 15 000 britischen Soldaten gehören 11 000 zur United Kingdom Mobile Force (UKMF), die im Ernstfall Schleswig-Holstein und Jütland

mitverteidigen würde. Das "Erste Bataillon des Duke of Wellington Regiments" aus Salisbury hat in zwei Jahren viel von der Welt gesehen. Für Manöver war es in Kenia, auf Gibraltar und in Mittelamerika.

Jetzt hat das Bataillon seine Zelte auf dem Übungsplatz Höltigbaum in Rahlstedt aufgeschlagen. Jede der vier Kompanien hat ein abgegrenztes Gebiet, auf dem ordentlich aufgereiht die Zwei-Mann-Zelte und ein großes Zelt -die "Messe" stehen.

Die Woche vor "Bold Guard" dient vor allem der Begegnung mit deutschen Soldaten. Das Panzergrenadierbataillon 173 aus der Boehn-Kaserne (Rahlstedt) betreut die Briten. Für den Mittwoch sind Wettkämpfe geplant mit Fußball, Volleyball, Schießen und Tauziehen. Das deutsche Bataillon zeigt seine Waffen und Geräte in einer kleinen Schau.

Nach so viel Aktion feiern Briten und dreihundert Deutsche dann einen Grillabend mit einem kleinen Feuerwerk als Abschluß. Der Donnerstag ist für die Tommies "Hamburg-Tag" mit Stadt- und Hafenrundfahrten, Brauereibesichtigung und Stadtbummel bis in die Nacht.

Am Montag wird der Verband mit seinen 130 Landrovern und Lastwagen und neun Schützenpanzern "Fox" in der Nähe von Itzehoe Stellung beziehen. "Da graben wir uns dann ein", sagt der Bataillonskommandeur, Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Jonny Walker. Der britische Offizier heißt tatsächlich wie die bekannte Whisky-Marke, was ihm schon viele Witzeleien eingetragen hat - "all my life", "mein ganzes Leben lang", sagt er lachend. K. STEMMLER

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