Bundesbahn will die Reliefs an der Holstenstraße retten

Brücke wird gesprengt - die alten Köpfe bleiben erhalten

Die grimmigen Mannergesichter aus Sandstein über der Bundesbahn- Rundbogenbrücke an der Holstenstraße in Bahrenfeld werden gerettet. Das versprach jetzt die Bundesbahn.

Die Deutsche Bundesbahn erfüllt damit einen Wunsch vieler Bürger. In einem Leserbrief hatte Ada Spiekermann aus Rissen geschrieben: "Mit heutigem Handwerkszeug läßt sich das ohne große Kosten machen." Bundesbahnsprecher Helmut Kujawa ist skeptischer: "Bei den sechs Reliefs handelt es sich um Schlußsteine der alten Brücke von 1891. Sie darf uns nicht unkontrolliert zusammenfallen, wenn die Sandstein-Reliefs entfernt werden. Noch überlegen wir, wie wir das technisch bewerkstelligen."

Wie berichtet, wird am 5.

August die Rundbogenbrücke gesprengt und dann durch eine Stahlbriicke ersetzt, die unter sich fünf Fahrspuren haben wird. Das Nadelöhr auf dem Ring 2, der Hauptachse zwischen Altona und Eimsbüttel, ist dann beseitigt. An den Widerlagern der neuen Stahlbrücke werden die Sandstein-Reliefs wieder angebracht, verspricht die Bundesbahnverwaltung. Reagieren die Verantwortlichen sensibler, nachdem Bürger mit Protesten im Hamburger Abendblatt auch den Erhalt des Blumenladens im Jugendstil- Dekor im Hauptbahnhof erzwungen hatten? CDU- Landeschef Jürgen Echternach: "In den vergangenen Jahren wurde zu größzügig mit der Spitzhacke umgegangen. Es wird Zeit, daß endlich maßstabsgerechter und menschllcher gebaut wird." gp

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