Pfleghar läßt sich von Wencke verleugnen

Der Fernseh-Flop, den die ARD gemeinsam mit der Autoindustrie zum 100. Geburtstag des Automobils unter der Regie von Michael Pfleghar produzierte und der am vergangenen Mittwoch nach seiner Ausstrahlung bundesweite Kritik hervorrief, kann noch immer nicht ad acta gelegt werden. Die ARD- Intendanten haben das Thema auf ihren nächsten Tagungstermin gesetzt (wie berichtet), und Regisseur Michael Pfleghar ist nicht bereit zu einer Stellungnahme. Er ist in Norwegen untergetaucht und läßt sich am Telefon verleugnen.

"Er ist in emer Stunde wieder da", hieß es, als wir uns telefonisch nach ihm erkundigten. Dann: "Herr Pfleghar ist in zwei Stunden wieder zu Hause". Noch etwas später sagte seine Haushälterin: "In einer halben Stunde ist er sprechbereit." Beim nächsten Anruf schheßllch versteckte sich der "Kümbim"-Regisseur etwas feige hinter seiner erregten Ehefrau, der Schlagersängerin Wencke Myhre. Mit schrüler Stimme klagte Wencke die Autoindustrie an: "Diese Leute haben weder Geld noch Autos für die Show herausgerückt. Wir mußten durch ganz Europa hetzen, um die Wagen für die Show zusammenzukaufen", sagte sie. Ja, wie kam es denn bloß zu diesem Desaster, die Autos allein können es doch nicht gewesen sein? Wencke Myhre: "Die Autobosse, Sponsoren der Sendung, haben meinem Mann erst in alles hineingeredet. Da gab es kaum zu bewältigende Auflagen, die mein Mann berücksichtigen mußte. Dann haben sie ihn allein gelassen. Die Verantwortllchen hielten abgesprochene Termine nicht ein, kümmerten sich nicht mehr um den Ablauf der Show, sondern erteüten nur noch telefonisch ihre Anweisungen." Dazu kam noch, klagt Wencke, "daß mein Mann keine Gelegenheit hatte, den Auftraggebern den Füm vorzuführen, er konnte erst in letzter Minute geschnitten werden, weü der Südfunk Stuttgart nicht rechtzeitig Schneideräume zur Verfügung stellte." Übrigens: Hat Niki Lauda tatsächllch eine Gage von 600 000 Mark für seinen Auftritt kassiert? "Das war nicht unsere Sache", sagt die Sängerin, "was die Autoindustrie mit ihren Millionen macht, geht uns nichts an."

DIETER REICHEL

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