Warnung vor der Chelat-Therapie

Gefährliche Wirkungen

Bei der kllnischen Untersuchung der Chelat-Therapie gegen Durchblutungs-Störungen "haben wir kriminell gefährllche Nebenwirkungen festgestellt", erklärte Dozent Dr. Curt Diehm, Universitäts-KUnik Heidelberg, auf dem 2. Angiologischen Forum in Hamburg. Es sei zu vorübergehend starker Beeinträchtigung der Nieren-Funktion gekommen.

Das für die Blutbüdung notwendige Eisen im Organismus sei vermindert, das lebensnotwendige Zink durch die Therapie in "bedrohlichem Maße" aus dem Körper geschwemmt worden, erklärte Dr. Diehm.

Die erzielten Besserungen bei Durchblutungs-Störungen der Beine seien nicht über das Maß der Besserungen hinausgegangen, wie sie auch mit Schein-Medikamenten ohne jede Wirkung (Placebo-Effekt) erreicht würden. Deshalb müsse man vor dieser wirkungslosen Therapie dringend warnen. Ihre Anwendung sei ein Mißbrauch der Therapie-Freiheit.

Bei der Heidelberger Untersuchung mit 50 Patienten habe es sich weltweit um die erste kllnisch kontrollierte Studie mit der Chelat-Therapie gehandelt, sagte Dr. Diehm. Diese Therapie wird als eine Art "Rohrfrei" gegen Arterien- Verkalkung, insbesondere zur Behandlung von Raucherbeinen und zur Vorbeugung von Infarkten empfohlen. Dabei wird die Chemikalle Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) in den Blutkreislauf infudiert. Die Chemika- Ue soll den Kalk aus den Adern lösen. Dazu Dr. Diehm: "Das ist einfach unmöglich."

Gegenwärtig gebe es in der Bundesrepubllk etwa 50 Chelat-KUniken. Sie seien durchweg sechs bis acht Monate im voraus ausgebucht. Eine Therapie koste 8000 bis 10 000 Mark, wozu in einigen Küniken noch die Kosten für den stationären Aufenthalt hinzukämen, erklärte Dr. Diehm.