Amokläufer sollte von Schwester entmündigt werden

th. Karlsruhe - Der Amoklauf des arbeitslosen Drehers Markus Bitsch (32) aus Karlsruhe-Waldbronn hätte mit größter Wahrscheinlichkeit verhindert werden können, wenn man auf den Bewährungshelfer von Bitsch gehört hätte. Doch alle Behörden schlugen wochenlang alle Hinweise und Mahnungen von Bewährungshelfer Franz Schuster in den Wind.

Der mehrmals vorbestrafte Markus Bitsch stand unter Bewährungsaufsicht. Er befand sich in einem äußerst labilen Zustand, trank seit längerer Zeit viel, hatte Schulden und lungerte herum, wie sein Bewährungshelfer sagt.

Deshalb versuchte Schuster immer wieder, daß der arbeitslose Dreher in die Psychiatrie eingewiesen werde, doch vergeblich wartete er auf eine fachärztliche Untersuchung.

Schuster: "Zwei Tage vor der Bluttat hatte ich ihn schon bei mir im Auto, um ihn in die Klinik zu bringen. Aber dann flüchtete er plötzlich."

Ein Rechtspfleger beim Amtsgericht Karlsruhe-Ettlingen sagte, daß ursprünglich die Halbschwester von Bitsch ihren Bruder entmündigen lassen wollte, weü er sie wiederholt bedroht und geschlagen habe. Doch dann bekam sie es mit der Angst zu tun, als ihr der Rechtspfleger erklärte, daß Markus Bitsch ein Duplikat des Antrags auf Entmündigung erhalten werde.

"Das ist mir zu riskant, denn dann verprügelt er mich wieder", sagte sie und zog ihren Antrag zurück.

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