Gefährliche Bräunungspillen werden zurückgezogen

dpa Berlin - Sechs Pharmaunternehmen haben dem Bundesgesundheitsamt (BGA) zugesagt, ihre Bräunungspillen mit dem Wirkstoff Canthaxanthin aus dem Handel zurückzuziehen. Wie das BGA mitteilte, wollen die Unternehmen "umgehend eine Rückrufaktion" beginnen.

Zur Begründung des Widerrufs der Zulassung für die sechs canthaxanthinhaltigen Präparate hatte das BGA auf Gesundheitsrisiken dieses Wirkstoffes, der zur Gruppe der Carotinoide gehört, hingewiesen. Die Mittel setzen die Lichtempfindlichkeit der Haut herab. Canthaxanthin löst nach Meinung von Experten bei langfristiger Anwendung Ablagerungen in der Netzhaut und eine verzögerte Hell-Dunkel-Anpassung der Augen aus.

Während zwei der Hersteller auf die Zulassung ihrer beiden Arzneimittel verzichten, haben auf Veranlassung des BGA die vier anderen aus ihren Präparaten den Stoff Canthaxanthin entfernt. Die neuen Präparate, die vertrieben werden, enthalten als einzigen Wirkstoff nunmehr Betacaroten und sind zur "Unterstützung der Sonnenbräunung der Haut" bestimmt.

Ausdrücklich warnte die Behörde vor Gesundheitsschäden durch übermäßige natürliche und künstliche Sonnenbestrahlung. Wer sich zu lange der Sonne aussetze, müsse nicht nur mit Sonnenbrand und Augenentzündungen rechnen, sondern auch mit chronischen Hautver- änderungen wie vorzeitiger Alterung, Verhornungen und Krebs. Selbst bei sachgemäßer Anwendung von Ultraviolett- Bestrahlungen in Solarien über Monate und Jahre hinweg könne es zu solchen Veränderungen kommen.

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