Nachbau der ersten deutschen Eisenbahn aus Hamburg

Ein Adler aus Holz rollt in Jugoslawien für das ZDF

Von Georg Weden Hamburg - Während sich die Bundesbahn auf das Jublläum "150 Jahre Eisenbahn in Deutschland" vorbereitet, produziert das ZDF emen Film über jene Zeit, der das Schicksal eines Bauernjungen in der industriellen Revolution zeigt. Hauptfigur in diesem Füm wird zweifellos der "Adler" sein, jener Zug, der am 7. Dezember 1835 mit einer Fahrt von Nürnberg nach Fürth das Schienenverkehrszeitalter auf dem Kontinent er- öffnete. Im Studio Hamburg ist der legendäre Adler zu neuem Leben erwacht.

.Diplom-Ingenieur Olaf ftfens hat den ersten deutschen Zug wieder auf die Räder gestellt Wie das Original, besteht er aus Lok, Tender und drei Wagen, die wahlweise für den Personen- oder Gütertransport umgerüstet werden können. Den Antrieb übernimmt, im Tender versteckt, ein Automotor mit 40 PS. Er steckt in einem kompletten Renault 5- Vorderwagen, der mit viel Tischlerplatte verkleidet ist. Ivens: ?Der Zug darf nicht mehr als

2,5 Tonnen wiegen, damit der Unterbau alles problemlos aufnehmen kann. Deshalb haben wir viele leichte Materiaüen verwendet."

Von der Zeichnung bis zur Ablieferung haben Ivens und seine Handwerker ün Studio Hamburg knapp vier Monate gebraucht. "Im Adler steckt mehr handwerküche Arbeit, als auf den ersten BUck zu erkennen ist", sagte Ivens, "so mußten wü* die 22 Räder von emem Handwerksbetrieb in Harburg aus Hartholz drechseln lassen, weil Guß viel zu schwer wäre." Auf diese Weise wurden rund 1000 Handwerkerstunden kalkuliert.

Künstlichen Dampf soll der Adler in Jugoslawien ablassen, in emem Drehort nahe Belgrad. Hier ist eine 700 Meter lange Schienenstrecke aufgebaut. Regie führt Film-Altmeister Wolfgang Staudte, der das Meisterwerk in Hamburg in Augenschein nahm: "Sehr schön", befand der Regisseur, der der Adler vom 16. Januar an m Aktion filmen wird.