Besucher der Passagen ausgezählt

Zu einem Anziehungspunkt ersten Ranges haben sich die Einkaufspassagen im westlichen Teil der Innenstadt entwickelt. Fast 30 Prozent der Besucher kommen nur ihretwegen in die City. Knapp 80000 Menschen strömen täglich durch diese neue Attraktion. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Untersuchungsbericht über die Einkaufspassagen von Olav Behn, Institut für Soziologie der Universität Hamburg. In den Mitteüungen der Handelskammer werden Einzelheiten veröffentiicht

"Das absolute Passantenaufkommen", so berichtet die Handelskammer, "ist im Hahse-Viertel am größten. Mit gut 20 000 Besuchern am Tag liegt es etwa auf dem Niveau des Jungfernstiegs. Ähnlich hohe Werte erreicht nur noch die Gänsemarkt-Passage. Trotz der Standortvorteüe - Alsternähe, Jungfernstieg - ist die Besucherzahl im Hamburger Hof relativ niedrig: ?Sie beträgt etwa die Hälfte des Hanse-Viertels."

Deutlich unter 10 000 Besucher pro Tag - heißt es weiter - wurden im Kaufmannshaus gezählt während im Gerhof gut 5000 und in der Alten Post knapp 5000 Passanten angetroffen wurden. Die Passagen sind auch in den Zeiten nach Geschäftsschluß und am Wochenende gut besucht Im Vergleich mit der übrigen City ist die abendliche Verödung gering. Sogar am Sonnabendabend wurden noch 10000 Besucher in den Passagen gezählt Die meisten Besucher - so die Untersuchung - gehören der Mittel- und oberen Mittelschicht an. Beim Alter der Besucher waren in den einzelnen Passagen die stärksten Unterschiede zu verzeichnen. Besonders attraktiv für junge Leute sind die Gänsemarkt- Passage und das Hanse- Viertel. In der Alten Post überwiegen die älteren Besucher. Auffallig hoch ist der Besucher-Anteil aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und anderen Bundesländern.

"Das Einkaufen", heißt es weiter, "spielt in den Passagen im Vergleich zur übrigen City nur eine eher untergeordnete Rolle. Während in der östlichen City jeder zweite und in der westlichen City noch jeder dritte Besucher einkauft, tut das in den Passagen nur noch jeder fünfte." hn

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