Wer freihändig radfährt, ist mit fünf Mark dabei

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ROBERT BOECKMANN

Mit Aufklärungskampagnen für Radfahrer, besseren Radwegen und verstärkten Überwachungen der Radfahrer sowie der auf Radwegen falsch geparkten Autos wül die Polizei in diesem Jahr mehr Sicherheit im Radverkehr erreichen. Das neue Konzept der Pollzei sieht vor aüem vor, Schüler im Verkehrsunterricht auf die großen Gefahren für Radfahrer hinzuweisen. Polizeioberrat Gerd Krümmel: "Sie sind neben den Fußgängern die unfaügefährdetste Gruppe im Stra- ßenverkehr. Aber viele junge Leute sehen das Risiko gar nicht und zeichnen sich oft durch vöUige Mißachtung aller Verkehrsregeln aus!"

Das soll nun anders werden: Streifenbeamte wollen verstärkt auf das Fahrverhalten der Radler achten und sie notfalls an Ort und Stelle zur Rechenschaft ziehen. Auszug aus dem Verwarn- und Bußgeldkatalog: "Sie berühren verbotswidrig eine Fußgängerzone - 20 Mark", oder "Sie hatten die Beleuchtung nicht eingeschaltet, obwohl die Sichtverhältnisse es erforderten - 20 Mark!" - Bilüger kommt davon, wer beim Freihändig- Fahren erwischt wird: Er ist mit fünf Mark dabei. Wer "verbotswidrig auf dem Gehweg führ", muß zehn Mark löhnen. In den neuen Broschüren für Radfahrer heißt es: "Der Fußgänger hat auf dem Gehweg immer Vorrang, also auch, wenn dem Radfahrer die Mitbenutzung erlaubt ist." Zu diesem Thema gingen in den Polizeidirektionen in den vergangenen Monaten wieder Hunderte Protestbriefe empörter Fußgänger ein.

In manchen Stadtgebieten bleibt den Radlern allerdings nichts anderes übrig, als auf Gehwege auszuweichen, weü die Radwege von geparkten Autos verstellt smd. Die Polizei: "Auch in dieser Hinsicht muß härter durchgegriffen werden. Autofahrer müssen künftig damit rechnen, daß ihr Wagen abgeschleppt wird, wenn er Radwege blockiert!" Zuvor aber wül die Pollzei noch mit Flugblättern für besseres gegenseitiges Verständnis der Verkehrsteilnehmer werben und Autofahrer wie Radfahrer zu mehr Rücksichtnahme und Vernunft auffordern.

Ein besonderes Problem und Hauptunfallursache bei Unglücken mit Radfahrern ist das Fahren auf der falschen Straßenseite: So rollen die Radler an Einmündungen und Kreuzungen plötzllch von rechts auf die Autos zu. Diese Unfallursache nimmt nach Beobachtung der Pollzei ständig zu und hatte beispielsweise maßgebllchen Antell daran, daß fast ein Drittel der rund 13 000 im vergangenen Jahr auf den Straßen Verunglückten Radfahrer waren. 1982 starben in Hamburg 13 Radfahrer (Vorjahr: zwölf), 1906 wurden verletzt (Vorjahr: 1899).

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