Die Film-Kritik

Ausgerechnet ihr Stiefvater

Delikate Verbindung: Patrick Dewaere und Ariel Bosse in "Ausgerechnet ihr Stiefvater" Foto, w-c

Endllch! Mit einigen Jahren Verspätung kommt jetzt Bertrand Bliers melancholische Komödie "Ausgerechnet ihr Stiefvater" zu uns; ein Füm, der zu den besten darstellerischen Leistungen des französischen Leinwandidols Patrick Dewaere zu zählen ist, der in diesem Jahr durch Freitod aus dem Leben schied.

Bertrand BUer hatte Dewaere mit "Die Ausgebufften" zu seinem Karrierestart verholfen. Später spielte Dewaere auch in Büers Liebeskomödie "Frau zu verschenken" - in beiden Fümen war Gerard Depardieu sein Partner. In "Ausgerechnet ihr Stiefvater" steht wieder eine ungewöhnüche Liebesbeziehung im Zentrum der Handlung, doch dieses Mal ist Dewaere eindeutig der Star.

Er spielt Remi, einen an mangelndem Genie leidenden Pianisten, der in einer Nachtbar Geräuschkulisse zu Sekt und Austern liefert. Er lebt mit Martine (Nicole Garcia) und ihrer vierzehnjährigen Tochter Marion (Ariel Besse) zusammen; eine Beziehung, die ihren ersten Frühling längst hinter sich gelassen hat.

Als Martine einen tödlichen Autounfall hat, bleibt Marion - gegen den Wülen ihres leibllchen Vaters - bei Remi. Sie hat sich in ihren Stiefvater verllebt, und sie wül diese Liebe leben. Remi ist verschreckt, verängstigt, doch er wird von Marion besiegt. Erst als er Charlotte (Nathalle Baye) begegnet, muß er sich entscheiden. Am Schluß lebt er wie zu Beginn des FUms - wieder mit emer Frau seiner Generation, wieder ohne besondere Höhen und Tiefen . . .

Bertrand BUer hat in Patrick Dewaere den idealen Darsteller für seinen sensiblen, unentschlossenen Helden, der von Frauen gelebt und geformt wird, der unfähig scheint, sein eigenes Schicksal zu entscheiden. "Ausgerechnet ihr Stiefvater" ist eine bittersüße Komödie über die Grenzsituationen unserer Gefühlswelt (Barke). B. LUBOWSKI

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