So sieht die Verkehrsplanung für die 80er Jahre aus

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Der öffentüche Nahverkehr hat auch weiterhin in Hamburg Vorrang. Dennoch soll der Wirtschaftsverkehr garantiert, der Radverkehr gefördert und der Umweltschutz in alle Planungen einbezogen werden. Diese Schwerpunkte beschloß der Senat gestern zur weiteren Entwicklung der Verkehrsinfrastrukur. Für Euphorie besteht jedoch kein Anlaß. Denn für wichtige Verkehrsvorhaben fehlt das Geld. So kann mit dem Bau der vierten Röhre des Elbtunnels in diesem Jahrzehnt nicht mehr begonnen werden.

Im öffentlichen Nahverkehr, so erläuterte Bausenator Volker Lange, war zwischen 1970 und 1977 ein Rückgang der

Beförderungsleistungen von acht Prozent festgestellt worden. Nach den damaligen Prognosen sollte diese Tendenz anhalten. Tatsächüch gab es für Bahnen und Busse jedoch eine Trendwende, und die verlorenen acht Prozent wurden bis heute wieder aufgeholt. Daraus ergeben sich - so Lange - neue Erkenntnisse.

So soll als nächste Schnellbahnstrecke die U-Bahn-Verlängerung von der Merkenstraße nach Mümmelmannsberg folgen, Baubeginn frühestens in zwei Jahren. Anschlleßend ist eme weitere U-Bahn-Erweiterung von Barmbek über Steilshoop nach Bramfeld vorgesehen. Die 5,3 Kilometer lange Strecke erschüeßt dicht bebaute Wohngebiete in Barmbek-Nord, die Neubausiedlung Steilshoop und das Bramfelder Zentrum. Im Einzugsbereich dieser Strecke wohnen nach Langes Angaben etwa 50 000 Menschen. Der Senat erwartet 18 000 zusätzllche U-Bahn-Fahrgäste an jedem Werktag.

Beim Straßenbau hat der Bund die Autobahn Hamburg-Stadt (A 26) bis nach 1990 zurückgestellt Auch der dritte Elbtunnel am Baumwall ist auf Initiative des Bundesverkehreministeriums "gestorben". Als Ersatz streben Hamburg und der Bund - wie berichtet - den Bau einer vierten Elbtunnelröhre an. In diesem Jahrzehnt kann damit allerdings nicht mehr begonnen werden. Daraus ist zu schließen: Die vierte Röhre wird dem Verkehr keinesfalls vor 1996 zur Verfügung stehen.

Sehr viel schneller wird die Ortsumgehung Veddel, eine direkte Verbindung zwischen WUhelmsburger Reichsstraße und der bestehenden Autobahn A 255, fertig. Erste Baumaßnahmen in Georgswerder sollen noch in diesem Frühjahr anlaufen. Für die Hamburg-Berliner Autobahn (A 24) - Eröffnung Mitte November 1982 - wird die Südllche Umgehung zwischen "Hamburg-Ost" und der Anschlußstelle Billstedt sechsspurig ausgebaut. Von der Anschlußstelle BUlstedt bis zur Roten Brücke soll die B 5 mit ihrem Querschnitt der vorhandenen Umgehung Horn-Billstedt angepaßt werden.

Endllch will der Senat auch im Norden Hamburgs mit der Ortsumgehung Fuhlsbüttel zwischen Sengelmannstraße/Alsterkrugchaussee und Krohnstieg eine neue Verbindung zur Entlastung der Langenhorner Chaussee schaffen. Die Planungen sind soeben angelaufen. Baubeginn jedoch nicht vor 1988. Die jahrelang erörterte Verbindung zur Westautobahn bei Norderstedt ist nicht mehr im Gespräch, hn

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