Hausbesetzung: Keine Strafen

Mit einem Freispruch für die Angeklagten endete am Freitag der zweite Hamburger Hausbesetzer-Prozeß vor dem Amtsgericht am Sievekingplatz. Acht Männer und eine Frau hatten sich wegen Hausfriedensbruchs zu verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, am 20. März 1981 das Haus Kellinghusenstraße 10 in Eppendorf, das dem Diplom-Ingenieur Heinz Ruppert gehört, besetzt zu haben.

Staatsanwalt Dieter Heers hatte eine Geldstrafe zwischen 100 und 600 Mark für die Angeklagten gefordert, die nach seiner Ansicht der Hausbesetzung "überführt" seien. Richter Ulf Brüchner begründete den Freispruch unter anderem damit, daß auch nach der Beweisaufnahme nicht eindeutig festgestellt werden könne, daß die Angeklagten mit den im Haus festgenommenen Personen identisch sind. Nach Meinung Brüchners herrschte vor dem Haus ein "großes Durcheinander", und es sei nicht auszuschließen, daß auch Personen festgenommen worden seien, die sich nicht im Haus aufgehalten hatten. fli

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