Nach vierzig Jahren die verdiente Anerkennung

Die offizielle Anerkennung Ueß vier Jahrzehnte auf sich warten. In Deutschlands dunkelster Zeit hatten EUsabeth Flügge und Käthe Hauschüd jüdischen Mitbürgern menschlichen Beistand und tatkräftige Hilfe zum Überleben geleistet Gestern überreichte Innensenator Alfons Pawelczyk den beiden Hamburgerinnen das

Bundesverdienstkreuz.

Frau Flügge aus Eppendorf Ist inzwischen 86 und zählt damit wohl zu den ältesten Bürgern, die der Bundespräsident ausgezeichnet hat Als Lehrerin an einer Hamburger Privatschule hatte sie sich während der NS-Zeit besonders ihrer jüdischen Schüler angenommen. Sie mietete für die bedrohten Kinder, die einmal sorglos Ferien machen sollten, eine Wohnung in der Lüneburger Heide.

Von der Strafversetzung an eine andere Schule Ueß sich Elisabeth Flügge in ihrer Haltung nicht beirren. Sie versuchte, bei der Gestapo die Deportation jüdischer Hamburger zu verhindern, und half anderen, ihr Leben grade noch durch Auswanderung zu retten. Noch im Ju- U 1943 nahm die heutige Rektorin im Ruhestand einen jüdischen Arzt und dessen Familie bei sich auf. Unter dem Schutz von EUsabeth Flügge erlebten sie das Kriegsende.

Solcher Einsatz, der das eigene Leben gefährdete, erforderte großen persönüchen Mut Die kaufmännische Angestellte Käthe Hauschild gehört zu den wenigen Deutschen, die damals ebenso handelten. Die heute 66 Jahre alte Frau, die jetzt in Neugraben lebt, hatte der damals 18jährigen Helga Frühauf in ihrer Wohnung Unterschlupf geboten und die raren Lebensmittel mit ihr getellt Frau Hauschild half Fami- Ue Frühauf auch bei der Flucht Die junge Frau konnte sich in Belgien retten, Vater und Bruder starben in Auschwitz.

Helga Cohn, geborene Frühauf, lebt nun 60jährig in Frankfurt. Sie ist mit Käthe Hauschild immer noch befreundet rup

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