Der Gänsemarkt wird gründlich umgekrempelt

Neue Fußgängerzone in der Gerhofstraße

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Die Innenstadt bekommt nun doch eine weitere Fußgängerzone in der Gerhofstra- ße. Auch der Gänsemarkt wird zum größten Teü für Passanten reserviert. Die Poststraße hingegen behält ihren Anliegerverkehr zwischen Große Bleichen und Neuer Wall. AUerdings sind in diesem Straßenzug an mehreren Stellen Verengungen bis auf eine Fahrspur vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen, wie die Baubehörde mitteüt, Anfang 1983 beginnen. Die Umbaukosten von 3,4 MUUonen Mark sind in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt.

Jahrelang waren Post- und Gerhofstraße Streitobjekte zwischen Anliegern und Behörden. Die Baubehörde und der frühere Senator Dr. Rolf Bialas (FDP) wollten den Stra- ßenzug zwischen Gänsemarkt und Rathausmarkt zu einer durchgehenden Fußgängerzone machen. Die Geschäftsleute wehrten sich jedoch gegen dies Vorhaben.

In diesem Jahr bot die Baubehörde den Anhegem vier unterschiedliche Ausbauoder Umbauvarianten an. Gleichzeitig ermittelten Handelskammer, Bezirksamt Mitte und Baubehörde auf Anüeger- und Grundeigentümerversammlungen die Meinung der unmittelbar Betroffenen. Schließllch einigte man sich auf die Variante "C 2". Sie findet, wie zu hören ist, die Zustimmung der meisten

Geschäftsleute.

Diese Variante "C 2" sieht zunächst den Umbau des Gänsemarktes vor: der gesamte Fahrverkehr einschlleßüch Bussen wird mit insgesamt vier Fahrspuren auf die Nordseite des Platzes verlegt. Für den Verkehr Richtung ABC- Straße bleiben zwei Fahrspuren vor der Finanzbehörde. Dorthin wird auch der Taxistand verlegt.

Auf dem Gänsemarkt geht eine Reihe von Autostellplätzen verloren. Die sollen jedoch wieder in einem neuen Parkhaus angeboten werden, das bis Anfang 1983 am südwestlichen Ende der Poststra- ße für 450 Pkw errichtet werden soll. Die Zufahrt zu diesem Parkhaus ist nur über Hohe Bleichen mögüch. Eine Notausfahrt gibt es allerdings auch zur Poststraße.

Die Gerhofstraße wird in ganzer Länge Fußgangerzone, Sie bekommt deshalb durchgehende Pflasterung von Hauswand zu Hauswand. Die Poststraße bleibt demgegen- über - wie heute - dem Anliegerverkehr erhalten, allerdings mit verengter Fahrbahn an Straßeneinmündungen sowie vor den neuen Passagen des Hanseviertels. Große Bleichen und Neuer Wall bleiben Einbahnstraßen, ebenfalls mit verengten Fahrbahnen an Straßenecken. Für die Geschäfte gibt es eine flexible Lieferzeitregelung.

Nachteü dieses Vorhabens: in der Gerhof- und Poststraße gehen zahlreiche Autostellplätze verloren. Als Ersatz für Kurzparker dient das neue Parkhaus Poststraße. Der Vorteü des Plans: das Parkhaus Alsterhaus kann wie bisher angesteuert werden - Zufahrt über Große Bleichen vom Jungfernstieg, Abfahrt über Neuer Wall zum Jungfernstieg. Die Schleusenbrükke zwischen Neuer Wall und Rathausmarkt wird wie der gesamte Rathausmarkt Fußgängerzone.

Der Umbau soll nach Angaben der Baubehörde etwa ein Jahr dauern. Den Kaufleuten wurde zugesagt, daß das Weihnachtsgeschäft 1983 nicht gestört werden soll. hn

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