Schwurgericht ist am Zuge: Mordanklage!

Der Hamburger Speditionskaufmann Ulf Hinsch (42) muß sich vor einem Schwurgericht in der südenglischen Stadt Winchester unter der Anklage des Mordes an seiner acht Jahre jüngeren Frau Jeanette verantworten. Das entschied jetzt das Amtsgericht in Basingstoke nach zweitägiger Voruntersuchung.

Es wird erwartet, daß die Mutter von Jeanette Hinsch, die Rentnerin Gretchen Bartelt aus Barmbek, nach England reist und als Belastungszeugin aussagt.

Der Verteidiger von Ulf Hinsch erklärte, das bisherige Belastungsmaterial gegen seinen Mandanten bestehe "weitgehend nur aus Indizien und Mutmaßungen". Der Staatsanwalt wandte ein: "Indizien sind manchmal genauso zwingend wie andere Beweise."

Ulf Hinsch bestreitet, seine Frau ermordet zu haben. Die Leiche der zier- üchen Frau war - wie berichtet - im September 1975 entdeckt worden, wurde aber erst im Frühjahr 1981 identifiziert.

Die Ehe von Ulf und Jeanette Hinsch, 1965 vor dem Standesamt Uhlenhorst geschlossen, war vermutllch nur in den ersten Jahren glücklich. Das Paar zog Anfang der siebziger Jahre nach England, ging dann nach Ebersbach in Süddeutschland und Ende 1973 zurück nach England. Nach einer Liebesbeziehung mit einer Engländerin lernte Ulf Hinsch im Juni 1976 auf der Autofähre zwischen Harwich und Holland eine Niederländerin kennen, mit der er bis zu seiner Verhaftung zusammenlebte und die von Uim auch ein Kind hat. sad