Ein Hauch von Exotik beim Abschied der Generalstäbler

. Wie man erfolgreich Generalstabsarbeit macht lernten 120 Offiziere aus aller Herren Länder an der Blankeneser Führungsakademie der Bundeswehr in den vergangenen 21 Monaten. 87 deutsche Generalstäbler, 17 aus dem NATO-Ausland und 17 Angehörige der Streitkräfte aus 14 Landern der Erde wurden am Freitag vom Generaünspekteur der Bundeswehr, General Jürgen Brandt feierllch verabschiedet

Ein Hauch von Exotik lag über dem Abschiedsempfang. Die bunten Uniformen der Soldaten aus Ländern wie Honduras, Paraguay, Korea, dem Sudan, Indonesien oder Sri Lanka mischten sich mit den farbenfrohen Heimattrachten ihrer Ehefrauen. Zwischen neun Monaten und fast zwei Jahren lebten sie in der Hansestadt Ui bundeswehreigenen Wohnungen. Ihre Kinder gingen hier zur Schule.

Ihre deutschen Paten - Offiiziersfamüien in Hamburg sorgten dafür, daß sie sich wohl fühlen konnten. "Hamburg ist wunderschön, wir haben viele Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen", schwärmte Major Kalupahana aus Sri Lanka in ausgezeichnetem Deutsch. Oberstleutnant Kim und seme Frau Lim aus Pusan Ui Korea bestätigten mit fernöstlichem Lächeln das Urtell.

Es gab Abzeichen und Urkunden zum Abschied. Für den Lehrgangsbesten, Hauptmann Ulrich Wolf (34), den General-Heusinger- Preis für überdurchschnittüche Leistungen auf allen Ausbüdungsgebieten. Und Kapitänleutnant Viktor Toyka bekam die Clausewitz- Medaille für die beste Jahresarbeit über das Thema "Propaganda und Realltät im Kriege . . .", in der er das BUd des deutsch-britischen Seekriegs 1939-45 untersucht Konteradmiral Dieter Wellershoff, Kommandeur der Führungsakademie und selbst Träger der Medaüle aus dem Lehrgang 1967/69, übergab die Auszeichnung an den 34jährigen U-Boot- Kommandanten aus Eckernförde.

In seiner Festrede ging Generalinspekteur Brandt besonders auf die derzeitige Lage der Bundeswehr ein. Werde die Bundeswehr auch in Zukunft bei der Deckung ihrer Betriebskosten nicht wesentlich schlechter gestellt als jetzt, sei sie in der Lage, bei Einschränkung auf Tellgebieten ihre Einsatzfähigkeit aufrechtzuerhalten. Den Lehrgangsteilnehmern gab Brandt mit auf den Weg: "Der Dienst des Soldaten ist Friedensdienst In diesem Sinne sollten Sie die Aufgaben angehen, die jetzt - nach Abschluß Ihrer Ausbüdung - auf Sie zukommen werden."

INGEDOSE-KROHN

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