Pariser Artist erzählt von seinen Künsten

Darum zuckt Gilbert nicht mit der Wimper

"Gut", sagt er. und in das braungeschminkte Gesicht kommt plötzlich Leben, "sehr gut." Gilbert Jakubczyk, der Robotermann aus Paris, meint das Hamburger Publikum, das ihn seit neun Tagen im Hanse- Viertel bestaunt und beklatscht. Es war eine Premiere für Gilbert und seine Artisten-Kollegen, denn normalerweise spielen sie in Paris auf der Straße. Inzwischen ist sieh Gilbert sicher: Die Geschichte von den Kühlen aus dem Norden ist bloß ein Märchen.

Robotermenschen, das sind Artisten, die davon leben, daß sie sich wie Maschinen bewegen können. Jeder Schritt, der Blick ? alles könnte aus einem Science-fiction-Film sein. Bis zu sieben Stunden hat Gilbert schon ohne sich zu rühren, ohne mit der Wimper zu zucken, gestanden.

Jahrelanges Training ist nötig, bis man so perfekt ist wie Jakubczyk, der zweifellos zur Weltelite zählt. Allein fünf Jahre lang hat er Yoga-Übungen gemacht, acht Jahre lang hat er nur in Schaufenstern und damit in sicherer Distanz zu den Zuschauern gearbeitet.

Seit sechs Jahren agiert er nun auf der Straße. Und die Pariser Zuschauer honorieren sein Können immer wieder mit vielen Franc-Stücken. Jakubczyk will nun aber auch die Hamburger zu seinem Stammpublikum machen. Heute und morgen tritt er jeweils zwischen 13 und 18 Uhr im Hanse-Viertel auf, am Sonnabend arbeitet er vorläufig zum letztenmal, dann von 11 bis 18 Uhr.

Aber schon Im Mai will Gilbert wieder nach Hamburg kommen. "Ich bringe dann meine Frau Theresa mit. Normalerweise treten wir immer zu zweit als Roboter-Menschen auf."

Für den Herbst hat er noch andere Pläne. "Ich will einen Weltrekord in Hamburg versuchen. Zwölf Stunden Roboter ohne Unterbrechung." Das hat vorher noch keiner gemacht. Außerdem will er einige Kollegen mitbringen: Einen, der einen sechs Meter hohen Turm aus Bierdeckeln baut; einen, der als Feuerschlucker eine sieben Meter hohe Flamme aus dem Mund bläst; und einen, der mit den Füßen besser rasiert als mancher mit den Händen.