Überall waren die mit dem Radl da...

Eigener Bericht - dp" - "p

tj/rr. Hamburg, 9. Juni Es war eigentlich wie an einem ganz normalen Sommer-Sonntag. Am späten Nächmittag meldete der Verkehr".!"* auf NDR II die üblichen Stauungen auf den Autobahnen in Richtung Hamburg. Vom freiwilligen Verzicht aufs Auto, zu demBundestanenmtoister Gerhard" Baum für den 8. Juni aufgerufen hatte, war nicht viel zu merken. Auch die Bundesbahn, die sich mit Sonderzügen auf einen verstärkten Ausflugsverkehr vorbereitet hatte, meldete Fehlanzeige.

Das einzig Auffällige am "autofreien Sonntag" war, daß mehr Fahrräder als gewöhnlich unterwegs waren. Prominentester Radler war der FDP-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher, der in Bonn- fünf Kilometer weit zu einem Interview-Termin und wieder zurück radelte. AuchBundesinnenmindister Baum wurde in Köln auf dem Fahrrad gesehen.

Radfahrer waren am Wochenende auch das Tagesgespräch in Hamburg. Etwa 20 000 Ritter der Pedale waren in der Hansestadt einem Aufruf der Hamburger Sportjugend und der Fahrrad-Initiative "Grüne Radler" gefolgt und hatten aus sieben Städtteilen eine Sternfahrt zum Hansaplatz unternommen. Dort demonstrierten sie auf einer Kundgebung für ein besseres Radwegenetz und gegen die Behinderung durch parkende Autofahrer auf den Radwegen.

Obwohl der Autoverkehr im der Innenstadt zwischen 11 und 15 Uhr nahezu lahmgelegt wurde, kam es zu keinen ernsten - Zwischenfällen zwischen Radlern urjd Autofahrern. Viele Autofahrer unterstützten sogar die Forderungen der Radler. Andere, die die Warnungen der Polizei beherzigten, verzichteten auf die Fahrt in die Innenstadt

In Berlin nutzten mehr als 20000 Radfahrer den "autofreien Sonntag",' uöv für "ihre Ziele zu-demonstrieren. Am Abend trafen sich 35000 Berliner auf einem "Umweltmarkt* im Stadtzentrum, der Unter der Schirmherrschaft des Senators für Gesundheit und Umweltschutz stand. Gleichzeitig hatten ?Alternative Gruppen" zu einem Umweltfest aufgerufen, das vor allem bei der jüngeren .Bevölkerung regen Zuspruch fand. (Siehe auch Kommentar und "Im Gespräch" auf Seite 2 und Bericht auf den Seiten 3 u. 19.)