Daran bastelt die Baubehörde:

Elf Straßen, in denen Parken eine Mark kosten soll

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EGBERT A. HOFFMANN

Hamburg will die Parkometer-Gebühren in bestimmten Innenstadtstraßen drastisch erhöhen. Zunächst wird jedoch innerhalb des "Behördenausschusses Verkehr" ein Arbeitskreis gebildet, dem Vertreter der Innen-, Bau- und Wirtschaftsbehörde angehören. Dazu die Innenbehörde: "Bevor eine Entscheidung getroffen wird, wollen wir das Für und Wider sehr sorgfältig untersuchen." Am Ende dieser Prüfung stflnde eine Senatsdrucksache mit Alternativ- Vorschlägen.

Mitte März hatte der Bundesrat das Gesetz über die Begrenzung der Parkuhr-Gebühren aufgehoben. Praktisch ist das ein Freibrief für jede Stadt, die Gebühren beliebig hoch heraufzusetzen, um den Wechsel auf begehrten Autostellplätzen zu steigern. Im Gespräch ist jedoch vorerst nur maximal eine Mark je angefangene halbe Stunde.

In dem neu ins Leben gerufenen Arbeitskreis hat die Innenbehörde den Vorsitz. Sie will in den nächsten Wochen zu dem Thema die Verbände des Einzelhandels, der Mittel- und Großbetriebe sowie die Handelskammer und auch die Automobilverbände hören. Außerdem sollen die Autofahrer um ihre Meinung gefragt werden. Die Behörde: "Wir wollen nichts übers Knie brechen. Und an eine generelle Gebühren-Erhöhung an allen Parkuhren wird schon gar nicht gedacht."

Der Arbeitskreis greift auf eine Liste "prominenter" Straßen zurück, die schon seit Jahren in der Bau- und Wirtschaftsbehörde gehandelt wird. Diese Aufstellung nennt Straßen, in denen das Parken eine Mark kosten soll: ? Ballindamm ? Neuer Wall ? Große Bleichen ? Alter Wall ? Jungfernstieg

- Hermann-'Ferdmandstraße ? Mönckebergstraße ? Steinstraße

- Große Johannisstraße ? Bergstraße ? Gänsemarkt

Der Einzelhandel hat sich bereits für eine begrenzte Erhöhung der Gebühren ausgesprochen, weil er sich davon einen häufigeren Wechsel an den Parkuhren und damit eine Umsatzsteigerung durch mehr Kunden verspricht.

Demgegenüber liegt eine Resolution des ADAC gegen jede Verteuerung vor. Wörtlich: "Mit Parkuhren-Wucher wird weder der Wert des knappen Parkraums erhöht noch ein kürzeres Abstellen der Fahrzeuge erreicht. Die heutigen Dauerparker zahlen notfalls auch eine Mark je dreißig Minuten."

Nach Auffassung des ADAC lassen sich mit dem Regulativ über den Geldbeutel keine Dauerparker vertreiben. Deshalb sei jede Verteuerung unsozial und ziele am Zweck vorbei. Wörtlich: "In Hamburg reicht die derzeitige Regelung aus. Mehr Platz zum Abstellen der Wagen gewinnt man nur durch eine zweite Parkebene".

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