Dringlichkeit des Problems von Parteien erkannt / Uneinigkeit über Maßnahmen

Kinder im Verkehr schützen ? aber wie?

Eigener Bericht - dpa - ap

Bonn, 21. September

In der Bundesrepublik stirbt durchschnittlich alle vier Stunden ein Kind an den Folgen eines Verkehrsunfalls. In den 30 Jahren seit Bestehen der Bundesrepublik sind 1,5 Millionen Kinder auf den Straßen verunglückt.

Angesichts dieser erschreckenden Zahlen diskutierte der Bundestag gestern über Maßnahmen für mehr Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr. Dabei stellte sich allerdings heraus, dali zwar alle Bundestagsfraktionen sich über die Dringlichkeit des Problems im klaren sind, jedoch die Auffassungen der Parteien über die einzuschlagenden Wege verschieden sind.

Ein Antrag der CDU/CSU-Fraktion wurde zur weiteren Beratung an die zuständigen Ausschüsse verwiesen. Zu den Hauptforderungen der Union gehört eine besondere Schutzvorschrift für Kinder in der Straßenverkehrsordnung, ein international einheitliches Warnschild für Kinder, eine intensive Behandlung des Problems bei der Fahrschulausbildung, die Schaffung weiterer Spielstraßen und eine klare Regelung für die Benutzung von Gehwegen durch radfahrende Kinder.

Die Ächtung aller Gewalt gegen Kinder hat gestern in Bonn der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) anläßlich des Weltkindertages 1979 gefordert. Vor allem die seelische Mißhandlung komme weit häufiger vor als körperliche Gewalt. Da Bemühungen um Aufklärung nicht genug Wirkung gezeigt hätten, könne nur ein Gesetz helfen.

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