Zum Tode des Künstlers C. Wallner

Er schuf ein Werk voller Poesie

Claus Wallner, der bekannte Hamburger Künstler, ist am Sonntag im Alter von 53 Jahren gestorben. Wallner hinterläßt ein Werk voller Poesie, Arbeiten, die trotz Vielfalt und Eigenwilligkeit in sensibelster Weise dem jeweiligen Thema angepaßt wurden.

Sein Schaffen gliedert sich in drei Bereiche. Der malerische Teil entstand meist in den Sommermonaten auf seiner italienischen Insel bei Ponza, duftige helle Gemälde, bei denen sich Landschaft, Scherben der Antike und Dinge des täglichen Gebrauchs zur Einheit verbanden. Im Mittelpunkt seiner angewandten Kunst stehen die Glasfenster im Ulmer Münster, in der Hamburger St.-Petri- Kirche und vor allem in der Stiftskirche von Gandersheim, an deren Ausgestaltung Wallner

zwanzig Jahre lang, zum Teil gemeinsam mit seiner ersten Frau, der berühmten Bildhauerin Ursula Querner, gearbeitet hat. Die von ihr entworfenen dortigen Bronzetüren mit Engelmotiven hat er nach ihrem Tode ausgeführt. In diesem Gandersheimer Gotteshaus wird auch die Trauerfeier für Claus Wallner stattfinden.

In den letzten Jahren hat sich Wallner viel mit Bildhauerei und Keramik beschäftigt Zu seinen interessantesten Plastiken gehören die Bronzegruppen "Vater und Kind" in der Averhoffstraße und der "Panflötenspieler" in der Düpheid (Jenfeld). Starke künstlerische Anregungen erhielt er auch in seiner zweiten Ehe durch seine Frau, die Bildweberin Erika Wallner. INGE MOSCH

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