Tod der Stadtautobahn

Von EGBERT A. HOFFMANN ?MTenn der Senat heute endlich den ** General verkehrsplan, den GVP, beschließt, dürfen unzählige Hamburger aufatmen: Ihnen droht kein zusätzlicher Lärm und Abgasterror vor den Fenstern ? Stadtautobahnen in Wohnstraßen wird es nicht geben. Der GVP soll die Stadt wohnlicher machen, ihre Lebensqualität steigern. Der GVP als Beruhigungspille. Noch vor vier Jahren hatte der GVP aufgeschreckte Bürger mit einem kompletten Stadtautobahnnetz schockiert.

T\ ie spektakuläre Wandlung des ""-' GVP, die klare Absage an eine überwiegend auf das Auto zugeschnittene Stadt ist zu begrüßen. Der öffentliche Nahverkehr soll mehr noch als bisher künftig den Vorrang haben. Also neue Schnellbahnstrekken, mehr Busspuren in Hauptstra- ßen, außerdem auch viele neue Radwege und ungefährdete Fußwege. Wohnviertel sollen mit Tricks auf dem Pflaster und verkehrhemmendem Gebüsch ?beruhigt" werden. Gut so.

\ llerdings ist vor Illusionen zu "" warnen. Denn Hamburg kann mit seinen 635 000 Kraftfahrzeugen niemals eine Oase der Stille, werden. Bausenator Lange dämpfte selbst alle Euphorie: Verkehrs"beruhigte" Zonen bedeuten nicht, daß man lästigen Massenverkehr einfach abschaffen kann. Irgendwo müssen abgedrängte Autoströme ja bleiben. Es wäre nämlich ein schlimmer Schildbürgerstreich, für tausend Bürger den Lärmpegel zu senken, tausend andere Bürger hingegen mit doppeltem Lärminferno zu martern. ?Wfunder sind vom neuen GVP

nicht zu erwarten. Auch keine Radikallösungen, weü solche Praktiken immer jemand ausbaden muß. Was man vom GVP allenfalls erhoffen kann, sind ausgewogene Kompromisse zum Wohl der Mehrheit.

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