Stellungnahme zur Abendblatt- Verkehrs-Serie

ADAC fordert den Bau von Stadtautobahnen

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sich die meisten Politiker der Parteien gegen ein Stadtautobahnnetz ausgesprochen, wie es der Generalverkehrsplan von 1975 vorsah. Eine Entlastung aber ist auf jeden Fall notwendig. Zur großen Verkehrsserie des Hamburger Abend blatts meldet sich heute auch der ADAC zu Wort Er fordert den sofortigen Bau von Stadtautobahnen zur Entlastung von Wohnvierteln. Demgegenüber haben

Der Bau der projektierten Osttangente muß nach Meinung des Hamburger ADAC-Vorsitzenden Hans Schroeder so schnell wie möglich in Angriff genommen werden, weil sonst in Langenhorn und Fuhlsbuttel ein Verkehrsinfarkt droht. Die vieldiskutierten Stadtautobahnen würden die Wohnqualität in den Anliegerbezirken verbessern.

Der dringliche Bau dieser Entlastungsstraßen diene ? so Schroeder ? auch nicht einseitig den Autofahrern. Eine Verkehrsberuhigung in Wohngebieten sei nur wirkungsvoll möglich, wenn der Verkehr auf solchen Stadtautobahnen gebündelt wird. Der ADAC-Vorsitzende: "In allen Großstädten Europas hat sich ein Stadtautobahnnetz segensreich auf den gesamten Verkehrsablauf ausgewirkt, wie das Beispiel Berlin eindeutig beweist." Der ADAC meint, man solle den politischen Meinungsstreit um Stadtautobahnen sofort beenden, auf den Rat der Verkehrsexperten hören und mit dem Bau schnellstens beginnen. Es sei auch durchaus möglich, Stadtautobahnen zu bauen, die eine echte Verkehrsentlastung für die betroffenen Gebiete mit sich bringen.

Schon das nördliche Teilstück, elf Kilometer von der Landesgrenze bis zum Jahnring in Winterhude wird ? so Schroeder ? nicht nur den in die Innenstadt fahrenden Autofahrern Ärger und Zeitverluste durch Staus ersparen, sondern Unfallgefahren und Verkehrslärm in Langenhorn und Fuhlsbuttel verringern. Die Wohn- und Geschäftsstraßen in den nördlichen Stadtteilen werden überdies durch die Osttangente vom Durchgangsverkehr wesentlich entlastet. Zugunsten der Anwohner fordert der ADAC den Bau von Wällen gegen Fahrzeuglärm und eine Begrünung. Die Anlieger in diesen Bezirken klagen über Lärm, ständige Gefährdung und Luftverpestung. Die Lebensqualität in diesen Stadtteilen sinke erschreckend.

Nach Ansicht der Planer steigt oime eine Ortsumgehung die Belastung der Langenhorner Chaussee bis 1985 auf 100 000 Fahrzeuge täglich. Die Stadtautobahn würde 60 000 davon abziehen. Der ADAC meint, wer den Wohnstraßen die Funktion von Schleichwegen nehmen will, muß ein übergeordnetes Straßennetz schaffen. Der Senat könne es sich wohl nicht leisten, auf die 250 Millionen Mark vom Bund zu verzichten, die für die Osttangente schon bewilligt sind.

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