Theater-Experiment: ?Ein Stück für den Blaumann 1

"Trau keiner Woche über 35" (Stunden)

Die Entstehungsgeschichte eines ziemlich einmaligen Theaterprojekts dokumentieren Gernot Steinweg und Enzio Edschmidt heute abend im ARD-Programm. Das "Stück für den Blaumann" (21.40 Uhr) heißt eigentlich "Teufel, Teufel ? trau keiner Woche über 35". Es wurde produziert vom "Mobilen Rhein-Main-Theater" aus Frankfurt. Es thematisiert den Metallarbeiterstreik um die 35-Stunden- Woche, der Ende 1978 die gesamte Bundesrepublik in Atem hielt.

Die Bezeichnung "ungewöhnlich" verdient auch das "Mobile Rhein-Main-Theater". Es besteht aus den Schauspielern Eva Hörbiger, Gregor Lawatsch und Norbert Kentrup. 1977 verließen

die drei Bühnenprofis das bürgerliche Schauspiel herkömmlichen Zuschnitts und gründeten eine eigene Truppe. Ihre Bühne wurden Stra- ßen, Plätze, Betriebe und Versammlungsräume. Ihre Zielgruppe fanden sie in Passanten, Arbeitern, Angestellten, Gewerkschaftern und Parteimitgliedern. Ihr theatralisches Anliegen wurde es, Aufklärung mit aktuellen, politisch engagierten Volksstücken zu machen.

Die Arbeit an ihrem Streikstück begannen sie im Januar dieses Jahres, von da an war auch das Fernsehteam mit von der Partie. Es protokollierte jede Phase, bis zur Premiere am 4. April im Pausenraum der Westfalenhütte. B.

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