Botschafter zurückgerufen

Kohl fordert Protestnote an Malta

Eigener Bericht - dpa . ap

Hamburg, 8. November

"Sehr ernst" nimmt die Bundesregierung die Maßnahmen der Regierung des Inselstaates Malta gegen den Präsidenten der Union Europäischer Christdemokraten, den früheren Bundesverteidigungsminister und Bundestagspräsidenten Kai-Uwe von Hassel (CDU).

Die sozialistische Regierung Maltas hatte von .Hassel am Montag wegen angeblich diffamierender Äußerungen über Malta zur "Persona non grata" erklärt und ihn zum sofortigen Verlassen der Insel aufgefordert.

Der' deutsche Botschafter in Valetta, Kurt Schmidt, ist zur Berichterstattung nach Bonn gerufen worden. Nach seinem Bericht wird Bonn entscheiden, ob und in welcher Form diplomatische Schritte unternommen werden sollen. Der CDU-Vorsitzende Kohl hat eine Protestnote der Bundesregierung angeregt. Er verurteilte das Vorgehen Maltas als undemokratisch, als Akt der Willkür und als eine Verletzung internationaler Gepflogenheit. Von Hassel erklärte vor, seiner Rückkehr nach Bonn, es bestehe die Sorge, (Jaß die Demokratie in Malta ausgehöhlt werden könne.

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