Deshalb fordern viele Bürger: Osttangente darf kein Plan bleiben

Mehr Sicherheit vor Unfällen

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Eigener Bericht

boe Hamburg, 22. Januar Beim Projekt der Hamburger Stadtautobahn "Osttangente" bleiben die Politiker in der Hansestadt zerstritten: Die Regierungsparteien SPD und FDP lehnen die neue Verbindung zwischen Sengelmannstraße und Ochsenzoll mit Anschluß an die Kieler Autobahn aus Gründen des Umweltschutzes ab, die CDU sieht viele Vorteile. Der wichtigste wäre die Entlastung des total überforderten Straßennetzes in Langenhorn und Fuhlsbüttel, wo die meisten Bewohner die Verwirklichung

des Projekte herbeisehnen. Grund: eine bedrohlich ansteigende Unfallkurve.

Innerhalb weniger Jahre verdreifachte sich die Zahl der Kinder, die auf den beengten Straßen Langenhorns und Fuhlsbüttels unter die Räder kamen: 31 waren es in den beiden vergangenen Monaten, neun der Verunglückten erlitten schwere Verletzungen, zwei Schüler starben. Schwerpunkt dieser Unglücksserie ist jedoch nicht die völlig überlastete Langenhorner Chaussee. Die Unfälle ereignen sich vor allem in deren Seitenstraßen, auf die viele Autofahrer in Verkehrsspitzenzeiten ausweichen. Denn mehr als die täglich 42 000 Autos "kann die Chaussee einfach nicht aufnehmen", weiß Helmut Lührs von der Abteilung Autobahnplanung in der Baubehörde. Der Rest sucht sich Schleichwege.

Fuhlsbüttel und Langenhorn von dieser Misere zu befreien, "ist seit jeher unser Ziel gewesen", erläutert Baudirektor Lührs: "Deshalb die Osttangente!"

Etwa 30 Häuser werden dafür nach Schätzung der Baubehörde weichen müssen. Eingeplant ist Lärmschutz für unmittelbar angrenzende Wohngebiete, voraussichtlich in Form bepflanzter Erdwälle. Das gesamte Unternehmen Osttangente hätte der Bund zu finanzieren. Mehr als 50 Millionen Mark sind bereits für dieses Jahrzehnt im Bonner Haushalt eingeplant.

Eine Verlängerung dieser Stadtautobahn durch Barmbek und Wandsbek bis zum Horner Kreisel steht, so Sprecher der Baubehörde, "wegen der erheblichen technischen Schwierigkeiten gar nicht zur Debatte". Nähere Einzelheiten über das Vorhaben auf Seite 4.

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