Neues aus der Welt der Bühne

Schauspieler gesucht

Wilhelm Lohner bereitet in der Hansestadt eine neue Tournee durch Niedersachsen, das Rheinland, das Saargebiet und Württemberg vor. Auf dem Programm stehen das wieder aufgenommene Erfolgsstück "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert und Martin Walsers "Der Abstecher". Lohner sucht noch einen Schauspieler mittleren Alters. Trotz Arbeitslosigkeit auch in dieser Branche ist das Angebot gering. (Er führt es darauf zurück, daß Kurzbeschäftigung bei Fernsehen und Film vielen reizvoller erscheint.). Ab Spätherbst wird das Lohner-Ensemble wie vor acht Jahren wieder in Hamburg "Frau Holle" spielen. Bei Kulturring und Firmen ist das Märchen sehr gefragt.

Trixner spielt in Basel

Um am Sonntagnachmittag am Gerhart-Hauptmann-Platz zum letzten Male die Titelrolle im "Gefesselten Prometheus" zu spielen, kommt Heinz Trixner geradewegs aus Basel. Dort gastiert der noch bis Ende dieser Spielzeit am Thalia Theater engagierte Schauspieler in der "Trilogie des Wiedersehens" von Botho Strauß. Der Direktor des Basler Theaters, Hans Hollmann, hat ihn bis zum 5. Juli verpflichtet. Er übertrug ihm die Rolle des Moritz, in der Hans-Michael Rehberg im Deutschen Schauspielhaus auf der Bühne steht.

Ein MUnchner Kmdl

Fünf Jahre lang war Monika Baumgartner nach ihrer Ausbildung in der Münchner Falckenberg-Schule Mitglied des Nationaltheaters Mannheim. Dieser Tage nahm sie in Wandsbek ein Appartement. Boy Gobert hat die gebürtige Münchnerin ans Thalia Theater geholt. Ihr Hamburger Debüt gibt die junge Schauspielerin zur Eröffnung der kommenden Spielzeit am 16. September als Simba in Frank Wedekinds "Marquis von Keith". Sie bekam neben Sabine Sinjen und Judy Winter die dritte weibliche Hauptrolle. Der Berliner Regisseur und Staatsschauspieler Rolf Henniger ist schon mitten in der Probenarbeit. Bühnenbild und Kostüme entwarf Roman Weyl, der schon vor zwei Jahren an Goberts Bühne "Jenseits von Gut und Böse oder Die letzten Stunden der Reichskanzlei" ausgestattet hat.

Strehler wollte sie

Immer wieder hat Siegrid Hackenberg im Berliner "Reichskabarett" als Regisseurin von sich reden gemacht. Jetzt ist sie mit Uwe Deeken vom Theater für Kinder über eine Inszenierung im Gespräch. Die Schauspielerin kehrte gerade ans Deutsche Schauspielhaus zurück, an dem sie zu Beginn der Ära Nagel das Bauernmädchen Kätchen in Shake-; speares "Wie es euch gefällt" und vor zwei Jahren die Mutter in Brechts "Kleinbürger-Hochzeit" spielte. Sie verkörpert nun die proletarische Mutter in Dario Fos turbulenter Volkskomödie "Bezahlt wird nicht" (Premiere: 7. Juli). Giorgio Strehler sah Siegrid Hackenberg im Malersaal bei den Proben seines Landsmannes Arturo Corso, und er fand, sie entspreche genau seiner Vorstellung von der Frau in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan". So kam die Wahlhamburgerin aus Berlin ganz unerwartet zu einer weiteren Rolle an der Kirchenallee.

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