FDP-Politiker verurteilt

Eigener Bericht

the. Donaueschingen, 7. Dezember Wegen fahrlässiger und rücksichtsloser Verkehrsgefährdung hat das Amtsgericht Schwenningen den FDP-Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Landesvorsitzenden Klaus Rösch (31) aus Villingen/ Schwenningen zu 3125 DM Geldstrafe und drei Monaten Führerscheinentzug verurteilt.

Rösch hatte in seinem Auto mit hohem Tempo eine gefährliche S-Kurve geschnitten, ein entgegenkommender Polizeibeamter in seinem Privatauto war nur durch geistesgegenwärtige Reaktion einem Unfall entgangen. Als Rösch, der weitergefahren war. nach zwei Kilometern von dem Polizisten gestellt wurde, erklärte er lapidar: "Ich kann mich nicht erinnern, eben unkorrekt gefahren zu sein." Nach Angaben des Polizeibeamten hatte Rösch eine Geschwindigkeit von ..todsicher mehr als hundert". Der Abgeordnete wollte "vielleicht 50" gefahren sein.

Zu seinem Monatseinkommen verweigerte Rösch die Aussage. Als der Richter netto 10 000 DM schätzte, meinte er: "Ist zu viel" und murmelte schließlich: "5000 DM". Zu der Forderung des Staatsanwalts auf drei Monate Führerscheinentzug der erboste Rösch: Er brauche den Führerschein, "weil er sonst nicht rechtzeitig ins Parlament komme". Außerdem lägen Wahlkreis und Wohnsitz so weit auseinander, daß er seinen Pflichten ohne Führerschein kaum nachkommen könne. Aber diese Argumente zogen vor Gericht nicht.