Heute Urteilsverkündung im Hörauf-Prozeß

Ankläger ging mit einstigem Kollegen hart ins Gericht

baut". Zuvor hatte der Anklagevertreter seh. München, 2. April gegen den einstigen Kollegen wegen A . ", ,, . ? t, vollendeten und versuchten Betrugs in ?Ich stehe zu meinen , Straf taten ch J?"??^. Urkunden f Mischung und bereue sie und werde den angenchte- eu et _ai Falschaussage vier Jahre Münchner Landgerichts um ein Urteil, *',''"* ?das mir nicht vollends die Zukunft ver- ablehnte.

ins Feld führe. "Zuerst war Herr Hörauf gut genug, in vorderster Linie der Staatsanwaltschaft bei Rockern, Dirnen und Zuhältern mit den Händen in den Dreck zu langen. Dann aber wurde er den übelsten Verdächtigungen ausgesetzt."

Die Mordkommission habe gegen ihn ermittelt, er sei der Erpressung und des Amtsmißbrauchs bezichtigt worden. "Aber davon ist nichts übriggeblieben. Im Amt hat sich Herr Hörauf nichts zuschulden kommen lassen."

Das stimmt wohl auch, aber im Zuge der Ermittlungen war die Kriminalpolizei eher zufällig dem Staatsanwalt Hörauf auf die Versicherungs-Schliche gekommen. Hierzu Bossi: "Schuldig hat er sich gemacht, das ist klar. Aber alle Fälle, bis auf einen, reichen zurück in seine Referendar-Zeit." Der spätere, gereiftere Staatsanwalt Hörauf habe von sich aus das Doppelleben ? im Dienst Gauner jäger und Ankläger, in der Freizeit Betrüger ? aufgegeben, lange bevor er ertappt worden sei. Daß Jung-Jurist Hörauf so schwer entgleiste, führt Bossi (?Ich beantrage ein Jahr Freiheitsstrafe auf Be

Hart ging Staatsanwalt Klaus Förster mit dem Angeklagten ins Gericht. Er nannte Horst Hörauf einen "verschlagenen Rechtsbrecher mit erheblicher krimineller Energie", der sich nicht scheute, in seine Versicherungsbetrügereien auch Verwandte und Bekannte zu verwickeln, so daß diese es ebenfalls mit der Justiz zu tun bekamen. Der gravierendste Fall dieser Art: Hörauf hatte eine Freundin zur Abgabe einer falschen Schadensmeldung veranlaßt und später höchstpersönlich Strafanzeige gegen die Dame erstattet, um sich selbst reinzuwaschen.

Staatsanwalt Förster: "Falsch wäre es, dieses Verfahren als Selbstreinigungsprozeß der Münchner Justiz zu sehen. Die Selbstreinigung hat schon vorher stattgefunden, als Herr Hörauf sich als Beamter auf Probe für sein Amt disqualifizierte. Eifer und forsches Auftreten machen halt noch keinen Staatsanwalt, es gehören auch gewisse Charaktereigenschaften dazu."

"Beschämend" fand es hingegen Rechtsanwalt Rolf Bossi, was die Staatsanwaltschaft alles gegen seinen Mandanten Währung und eine Geldstrafe nach dem Ermessen des Gerichts") auf die freudlose Jugend des Angeklagten zurück, die psychische Defekte verursacht habe.

Zwei Gutachter ? der Münchner Nervenarzt Prof. Dr. Walther Simon und Dr. Dr. Gerhard Dahse, Leiter des Landgerichtsärztlichen Dienstes ? hatten Hörauf Infantilität und Reifestörungen, Minderwertigkeitskomplexe und ein übersteigertes Geltungsbedürfnis bescheinigt. Eine verminderte Schuldfähigkeit aber verneinten beide Sachverständige. Kommentar eines Gerichtssaal-Kiebitzes: "Aber zum Staatsanwalt hat's gereicht."

Das Urteil soll heute verkündet werden.

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