Entlastung durch Ost-Tangente

Neue Autobahn für Hamburg?

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Eigener Bericht

wo'nau. Hamburg, 6. Februar Mitglieder des Senats und Planungsbeamte in den Behörden der Hansestadt drängen auf den Bau einer Stadtautobahn, die die Verkehrsverhältnisse im Osten Hamburgs verbessern soll. Da diese "Ost-Tangente" durch dichtbesiedelte Stadtviertel führen würde, hat die geplante Trasse jedoch zu massiven Protesten in der Bevölkerung geführt

Nach der bisherigen Planung soll die etwa zehn Kilometer lange Ost-Tangente die Kieler Autobahn mit den Autobahnen nach Lübeck bzw. Hannover und Bremen verbinden, und zwar auf der Trasse Zeppelinstraße-

Sengelmannstraße- Saarlandstraße-Jahnring-Eiffestraße.

Befürworter der Ost-Tangente verweisen auf die günstigen Folgen, die bereits die West-Tangente (A 7) für den innerstädtischen Verkehr und die Zahl der Verkehrsunfälle hatte. Wie Erster Baudirektor Rolf Runge und Dr. Friedrich- Karl Scharping vom

Polizeiverkehrsamt dem Hamburger Abendblatt mitteilten, ergab eine einjährige Untersuchung:

- Auf den durch die westliche Stadtautobahn entlasteten Stra- ßenzügen Holsteiner Chaussee ? Kieler Straße ? Ost-West- Straße ging 1975 die Zahl der Verkehrsunfälle um 33,6 Prozent zurück. (In der gesamten Hansestadt sank sie nur um 4,8 Prozent!) ? Die Zahl der dort im Straßenverkehr Verletzten / verringerte sich von 351 auf 226 ( = 35,6 Prozent. Die entsprechende Vergleichszahl für ganz Hamburg: 1,6 Prozent Rückgang!)

- Untersuchungen der Baubehörde haben ergeben, daß die Lärmbelästigung auf dem überlasteten Kronstieg oder der Veddeler Brückenstraße größer ist als an der West- Tangente A 7.

Erster Baudirektor Rolf Runge zum Abendblatt: "Die Diskussion um Stadtautobahnen sollte nicht nur von umweltfreundlichen Einflüssen, sondern vor allem auch von Sicherheitsvorteilen bestimmt sein. Für mich ist die Bedrohung von Leib und Leben ein wichtigerer Faktor als zum Beispiel die Lärmbelästigung."

Durch die geplante Ost-Tangente kann vor allem die Langenhorner Chaussee entlastet werden. Die Baukosten: voraussichtlich 250 Millionen Mark. Nach dem Bedarfsplan des Bundesverkehrsmin isteriums soll mit dem ersten Bauabschnitt bis 1985 begonnen werden. Wann der zweite Abschnitt Jahnring-Eiffestraße verwirklicht werden kann, ist noch unklar.

Wie das Hamburger Abendblatt erfuhr, ist mit einer ersten Entscheidung über das umstrittene Projekt im Frühjahr 1976 zu rechnen.

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