Gewerkschaft: So wären 10000 zusätzliche Kräfte zu finanzieren

Bier-Pfennig für die Lehrer

Eigener Bericht - dpa - ap

Düsseldorf/Bonn, 9. 12. Angesichts der drohenden Lehrer-Arbeitslosigkeit hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorgerechnet, daß die Erhöhung; der Biersteuer um nur einen Pfennig pro Glas ausreichen würde, um 10 000 zusatzliche Lehrer zu bezahlen.

Die nordrhein-westfälische GEW-Vorsitzende Ilse Brusis meinte gestern in Düsseldorf, dieses und andere Rechenexempel seien nicht als verbindliche Vorschläge der Gewerkschaft gedacht. Sie seien vielmehr eine Antwort auf Berechnungen von Finanz- und Kultusministern aus der jüngsten Zeit, die allesamt zu Lasten der Pädagogen und damit zu Lasten der Schulen gingen. Es gäbe noch immer "eine Reihe von Möglichkeiten, eine vernünftige Personalausstattung der Schulen zu finanzieren".

Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung will im kommenden Frühjahr eine bundesweite Zukunftsschätzung des Lehrer-Angebots und des Lehrer-Bedarfs vorlegen. Wie Bildungsminister Helmut Rohde (SPD) gestern in Bonn mitteilte, soll als Basis für diese Prognose die Lehrer- und Unterrichtserhebung aus dem vergangenen Jahr dienen.

Erste Ergebnisse dieser Erhebung lägen inzwischen vor. Danach gab es im Herbst 1974 rund 520 000 Lehrer in der Bundesrepublik, rund 100 000 mehr als 1971. Von diesem Gesamtbestand sind 72,2 Prozent als Vollzeitlehrer, 9,9 Prozent als Teilzeitlehrer beschäftigt und fast 18 Prozent nur stundenweise eingesetzt.

Rund 193 000 Lehrer oder 45,3 Prozent der hauptamtlichen und hauptberuflichen Pädagogen sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Als Indiz für die im kommenden Jahrzehnt geringer werdenden Berufs-> Chancen für Pädagogik-Studenten wird die Tatsache gewertet, daß nur 7,7 Prozent der hauptamtlichen Lehrer in der Altersgruppe 56 bis 65 Jahre zu finden sind. (Siehe auch den Kommentar auf dieser Seite.)

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