Ursache des Cessna" Absturzes noch nicht geklärtDie Ursache des Flugzeugabsturzes bei Freiburg (Breisgau), bei dem Frau und Sohn des Hamburger Spediteurs Helmut Kuhnwaldt und der Pilot Lutz Scheibner (27), ein Freund der Familie, getötet wurden, ist noch ungeklärt. Wie berichtet, war die Sportmaschine am Montagvormittag beim Anflug auf den Freiburger Sportflughafen in einem Unwetter gegen den Hang des 1260 Meter hohen Schwarzwaldberges Hochfarn geprallt.

Im Cockpit saß ein erfahrener Pilot

Die Maschine verbrannte, in ihr Hanna (50) und Christian Kuhnwaldt (16). Lutz Scheibner wurde verletzt geborgen, starb aber gestern früh um 4.50 Uhr im Krankenhaus, wie im größten Teil der gestrigen Auflage berichtet. Helmut Kuhnwaldt, der Familienvater, Besitzer einer florierenden Spedition mit 250 Beschäftigten in Wilhelmsburg mit Niederlassungen im ganzen Bundesgebiet, war auf einer Dienstreise in Freiburg und wollte von dort mit seiner Familie in den Urlaub fliegen. Ihm ist nur seine Tochter Christine (19) geblieben. Sie hält sich zur Zeit im Ausland auf.

Die Mutter des Piloten Lutz Scheibner aus der Henry-Budge- Straße in Alsterdorf saß in den letzten Minuten seines Lebens an seinem Bett in der Universitätsklinik Freiburg. Um den Toten trauert auch seine Schwester Heike, die mit ihrem Ehemann in Kopenhagen lebt.

Scheibner wird von seinem Chef von der Hanseatischen Luftfoto GmbH, als ein ausgezeichneter und begeisterter Pilot bezeichnet. Im Cockpit galt er bei' Kollegen als erfahren und umsichtig. Zuletzt hatte der 27 jährige bei der Bundeswehr gedient. Seine Vorgesetzten charakterisieren ihn als einen guten Soldaten ? zuverlässig, beliebt und kameradschaftlich.

Nach dem Abitur hatte Scheibner in Hamburg mit dem Studium der Betriebswirtschaft begonnen und sich zunächst vom Wehrdienst zurückstellen lassen, um seinen Studienplatz nicht zu verlieren. Dann machte er jedoch kein Examen, sondern den Pilotenschein. Im Oktober 1974 wurde er zum Wehrdienst eingezogen, mit der Begründung, als Pilot habe er eine abgeschlossene Berufsausbildung. Ab 1. Januar dieses Jahres war er bei der 3. Batterie des Flugabwehrraketenbataillons in Eckernförde stationiert. Alle Lehrgänge absolvierte er mit Erfolg.

Doch immer wieder beantragte er seine vorzeitige Entlassung, die jedoch stets abgelehnt wurde ? auch als sein Hamburger Arbeitgeber damit argumentierte, er müsse Scheibner entlassen, falls dieser wegen des Wehrdienstes den Pilotenschein verlöre.

Lutz Scheibner aber war an jedem Wochenende in der Luft. In den letzten Tagen vor seinem Tod errang er noch einen Teilerfolg: Er war laut Beschluß des Verteidigungsministeriums ein "Härtefall" geworden. Vor zwei Wochen hatte er seinen Jahresurlaub penommen, der bis zum 30. Juni dauern sollte. Ab 1. Juli war er dann "ohne Geld- und Sachbezüge" von der Bundeswehr beurlaubt worden, um seine Pilotentauglichkeit zu behalten.

So nahe vor dem Ziel seiner Wünsche mußte er jetzt unter tragischen Umständen sterben. Auf seinem "Heimatflugplatz" Fuhlsbüttel war sein Tod gestern Gesprächsthema Nummer eins unter den Piloten. kow/qu