Ich war damals 16:

So knackten wir die englischen Panzer

Gerhard Hagel aus Hamburg war im April 1945 16 Jahre alt. Mit der "2. SS-Division Groß- Hamburg" machte er die Rückzugsgefechte vom Rhein im Herbst 1944 bis zur Kapitulation Hamburgs Anfang Mai mit. Hier schildert er die Taktik des "Panzerknackens" beim Rückzug.

-Ich gehörte als Scharfschütze zu einem sechs Mann starken Sicherungskommando eines Sturmgeschützes. Die Sturmgeschütze, getarnt mit jungen Bäumen, tasteten sich bis auf 1500 Meter an die englischen Panzerspitzen heran. Wir konnten nur fahren, wenn auch die Engländer fuhren. Der Lärm der schweren Motoren des Sturmgeschützes hätte uns sonst verraten. Bei jedem Halt sprangen wir vom Fahrzeug herunter und sicherten es gegen angreifende Infanterie. Diese fünf bis zehn Minuten Halt waren die gefährlichsten Momente. Sobald unser Geschütz die erste 10,5-Granate abgeschossen hatte, griffen die Engländer an.

Englische Panzer bei Wintermoor, bei Höckel und bei Sieversen, Lastwagen mit Nachschub ? das waren die Ziele, auf die wir angesetzt wurden. Die infanteristische Begleitung unserer beiden letzten Sturmgeschütze bestand aus etwa 40 jungen SS-Soldaten aus Wiesbaden und Frankfurt. Drei, vier, manchmal auch fünf Schuß schafften wir, dann sprangen wir wieder auf, und mit Vollgas ging's zurück in Deckung. Unser Trick: Wir kehrten wenig später an die Stelle zurück, wo wir zum ersten Mal gefeuert hatten. Damit hatten die Engländer nicht gerechnet. (jas)

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