Radfahren auf dem Bürgersteig auch für Kinder verboten!

Eigener Bericht - dpa Düsseldorf, 28. Dezember Ein für alle Eltern wichtiges Urteil fällte das Oberlandesgericht Düsseldorf: Kinder dürfen mit ihren Fahrrädern nicht auf dem Bürgersteig fahren. Das Gericht verurteilte die Eltern eines sechs Jahre alten Jungen, Schadensersatz zu zahlen, weil das Kind mit seinem Fahrrad auf einem Bürgersteig eine Fußgängerin angefahren und verletzt hatte.

Die Richter kamen zu der Überzeugung, daß ein Kinderfahrrad sich von einem normalen Fahrrad "nur durch die dem Kind angepaßte Größe unterscheide" und damit nach der Straßenverkehrsordnung ein Fahrzeug sei, das nur auf der Fahrbahn oder dem Radweg bewegt werden dürfe. Es gehöre auch nicht zu den Fortbewegungsmitteln wie Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller und Dreiräder, die nach der Straßenverkehrsordnung nur auf Gehwegen benutzt werden dürfen.

Eltern, die ihren Kindern erlauben, mit ihrem Fahrrad auf einem Bürgersteig zu fahren, verletzen nach Ansicht des Oberlandesgerichtes ihre Aufsichtspflicht und machen sich bei Unfällen schadensersatzpflichtig. Bei allem Verständnis für die berechtigten Bedürfnisse der Kinder könne nach dem Gesetz für das Radfahren auf dem Bürgersteig wegen der damit verbundenen Gefahren für Fußgänger und andere spielende Kinder keine Ausnahme gemacht werden, betonten die Düsseldorfer Richter, auch dann nicht, wenn das Fahrrad nur zum Spielen benutzt werde. (Aktenzeichen: 4 U 94/74.)

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