Menschlich gesehen

Lieder von der Waterkant

Wenn er sein Publikum zum Lachen bringt, wenn es ihm gelingt, die Menschen für ein paar Minuten ihre Alltagssorgen vergessen zu lassen, dann ist das für Hein Timm (65) der schönste Lohn. Die Schiffermütze keß auf dem Kopf, mit Rollkragenpullover und weiten Seemannshosen, so kennt man ihn nicht nur an der Waterkant, so kennt man ihn sogar in Zürich und in Amsterdam.

Seit mehr als 40 Jahren steht Hein Timm auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und seitdem bringt er Freude mit seinem warmherzigen Humor und vor allem mit seinen Hamburger Liedern. Mehr als 300 Titel hat er selbst getextet und komponiert, unzählige Hein-Timm-Langspielplatten kamen auf den Markt.

Dabei hat man dem in Eppendorf geborenen Hamburger Jung die Karriere keineswegs an der Wiege gesungen. Speditionskaufmann hat er gelernt, und jahrelang fuhr er mit Pferd und Wagen für das väterliche Geschäft, ehe er sich 1932 mit dem Besuch des Konservatoriums für einen neuen Beruf entschied. Erster Begleiter für Hein Timm auf dem Klavier war damals Siegfried Grenz, heute Leiter des Hamburger Polizei- Musikkorps. "Das war die Zeit", erzählt Hein Timm, "wo Siegfried noch im Kohlenkeller Posaune üben mußte." Daß ihn eine schwere Krankheit 1972 beinahe aus der Bahn geworfen hat, man merkt es dem Hamburger Volkssänger nicht mehr an. Er ist wieder da.

Eine Ehrung für den "Freudenspender" kam bisher allerdings nur aus dem Ausland. In Würdigung seiner Verdienste um Hamburg zeichnete ihn eine Vereinigung in Amsterdam mit einer Urkunde aus. ab

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