Rainer Günzlers Karriere:Er verwaltet jetzt Millionen

Vom Autotest in das harte Management

| Lesedauer: 2 Minuten
Von unserer Frankfurter Redaktion

sw. Frankfurt, 12. juiu Die meisten kennen ihn noch als ZDF-Sportmoderator und Auto- Tester. In Zukunft wird Rainer Günzler nur noch mit Millionen jonglieren, denn man hat ihn zum Geschäftsführer einer Gesellschaft ernannt, deren Aufgabe es ist, das Vermögen der Witwe von Harald Quandt und anderer Familienmitglieder zu verwalten. Dieses Vermögen umfaßt größere Aktienpakete der Industrie-Werke Karlsruhe- Augsburg (IWKA) und der Daimler-Benz AG.

Der ehemalige Autotester, seit Jahren mit der Witwe von Harald Quandt befreundet, wird in Kürze in den Aufsichtsrat von IWKA einziehen. Möglicherweise tritt er 1975 auch in den Daimler-Aufsichtsrat ein. Die enge Verbindung zum Hause Daimler-Benz verbaut Günzler denn auch die Chance, seinen Job als

Autotester des ZDF wiederaufzunehmen. Dies um so mehr, als ein anderer Zweig der Familie Quandt, der um Herbert Quandt gruppiert ist, Mehrheitsaktionär bei BMW ist.

Dennoch wird Günzler nochmals für drei bis vier

Autotests des ZDF zur Verfügung stehen. Diese Arbeit hatte er an den ehemaligen Nachrichtensprecher Jochen Breiter abgegeben, der aber mit 1,55 Promille von einer Polizeistreife überrascht wurde und seinen Führerschein verlor. Das ZDF will keinen Autotester über die Mattscheibe flimmern lassen, der

mit Alkohol am Steuer gestoppt wurde.

So sieht sich Rainer Günzler im ZDF auch nur als "Aushilfskellner". Interessenkollisionen beim Autotest will er dadurch vermeiden, daß er weder Fahrzeuge von Daimler- Benz noch von BMW testet, betonte Günzler in einem Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt.

Im übrigen habe er trotz der seit langem bestehenden engen Verbindungen zu Daimler und BMW auch früher laut gesagt, wenn ihm irgend etwas an diesen Fahrzeugen nicht paßte.

Rainer Günzler bemüht sich, dem Eindruck entgegenzuwirken, als habe er sich "kopfüber in ein neues Metier gestürzt". Natürlich handele es sich um eine totale Umschichtung "in einen Bereich, der mir nach 25 Jahren Journalismus attraktiver erscheint". Dennoch habe er den Eintritt ins Management schon seit geraumer Zeit vorbereitet. Spätestens seit 1960 habe er nur noch 25 Prozent seiner Arbeitszeit dem Rundfunk und dem Fernsehen, den Zeitungen und dem Filmen gewidmet.

Bei dieser Gelegenheit gibt Günzler zu verstehen, daß er zusammen mit einem Junior-Partner in Genf eine Patentverwertungsgesellschaft besitze, die es auf siebenstellige Umsatzerlöse bringe, sowie eine Industrieberatungsgesellschaft in Berlin.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1974