Gott schützt die Liebenden

Ehe der Wallace- und Simmel-Spezialist Alfred Vohrer völlig in öder Routine versank, hat er sich mit seinem jüngsten Simmel-Werk "Gott schützt die Liebenden" in einer Art künstlerischem Kraftakt zu neuem Ansehen verholfen. Der fünfte nach einem Buch des berühmten Bestsellerfabrikanten gedrehte Film geriet ihm am besten. Sorgsame Schauspielerund Kameraführung, eine übersehbare Handlung, gutdosierte Spannung und der für Simmel so typische Duft nach Weite ergaben diesmal die richtige Mischung. Gehüllt in matte Farben und melancholische Musik läuft das Melodram bis zu seinem bitteren Ende über die Leinwand. Neben den beiden Hauptdarstellern Harald Leipnitz und Gila von Weitershausen gibt es eine Reihe weniger populärer Schauspieler, die, als Typ überlegt eingesetzt, ihr Können beweisen: Andrea Jonasson, Ingeborg Lapsien, Nino Castelnuovo, Manuel Zarzo. Inmitten dieser Schar guter und sehr guter Mimen wirkt das Ex-Engelchen Gila von Weitershausen ein bißchen blaß. Wer Unterhaltung und Spannung im Kino sucht, hier findet er beides in guter Qualität. Vielleicht nicht der beste Simmel, wahrscheinlich aber der beste Vohrer. (Kino 1) M.R.

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