Menschlich gesehen

Brücken für Wanderer Seit das Wort "Stadtautobahn" zu einem Reizwort geworden ist, sind Autobahnplaner bei einigen Teilen der Bevölkerung nicht mehr sonderlich beliebt. Baudirektor Konrad Maldfeld, der die Autobahnen auf dem Gebiet der Freien und Hansestadt plant, hat dies in besonderem Ausmaß zu spüren bekommen.

; Nicht nur, daß die Parteien vor der Bürgerschaftswahl im kommenden Frühjahr in ihren Programmen einhellig das von ihm konzipierte und auch schon vom Senat gebilligte Stadtautobahnnetz nun plötzlich als Mittel zur "Zerstörung der Stadt" ablehnen, auch zu Haus bei Maidfelds in Reinbek zeigen sich die Auswirkungen. "Wie traurig für Sie, daß Sie mit einem solchen Mann verheiratet sind; das muß ja ein Leben sein wie in der Hölle", meinte unlängst der Vertreter einer Bürgerinitiative der Frau Maidfelds sagen zu müssen.

Mit der Auszeichnung des Teilstücks der Autobahn Westliche Umgehung zwischen Heimfeld und Marmstorf erhält der 47jährige Baudirektor ein kleines Trostpflaster. Der Senat befand, daß diese Strecke durch das Landschaftsschutzgebiet der Harburger Berge wegen der gutgelungenen Integration in die Geestlandschaft als "vorbildliches Bauwerk" öffentlich zu loben sei.

1967 noch hatten 6000 Wanderfreunde mit ihrer Unterschrift gegen den Bau dieser Autobahn protestiert. 1974 werden sich täglich 30 000 Autofahrer an einer der schönsten Autobahnstrecken in Deutschland erfreuen. Maldfeld, selbst passionierter Wanderer, setzte sich aber auch ? mit ] Erfolg ? für die Protestierenden ein: Er sorgte dafür, daß auf der 4,5 Kilometer langen Strecke sieben Brücken oder Tunnel für die Wanderer mitgebaut wurden, dr

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