Nur Osttangente soll gebaut werden

Hamburg will keine Stadt- Autobahn

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Eigener Bericht ig. Hamburg, 2. Oktober Gewachsene Stadtteile sollen nicht durch Stadtautobahnen zerschnitten werden. Die weitere Verstärkung des privaten Kraftfahrzeugverkehrs im Stadtzentrum muß unterbunden werden. Das sind die beiden wichtigsten verkehrspolitischen Entscheidungen, die die SPD-Fraktion in einer ganztägigen Beratung über den seit zwei Jahren diskutierten Flächennutzungsplan gefällt hat.

Die CDU hatte sich schon vor einer Woche gegen den Bau weiterer Stadtautobahnen ausgesprochen. Ein Sprecher der Opposition: "Wir sind eindeutig gegen eine Zerschneidung unserer Stadt."

Auch die SPD-Fraktion räumt dem öffentlichen Nahverkehr in der Innenstadt Vorrang vor dem Individualverkehr ein. Dagegen sollen in den Außenbezirken die Belange beider Verkehrsarten sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

Folgende Stadtautobahnen will die SPD im Flaihennutzungsplan streichen: die Kerntangente (von Hom bis Othmarschen), den Alsterhalbring (der nördlich um die Alster herumführt), die Autobahnverbindung Schneisen ? Niendorf und die Walddörferlinie.

Nur die Osttangente [von Dulsberg über Langenhorn bis zur Autobahn Hamburg ? Flensburg) soll in gesamter Länge gebaut werden. Die Streichung der Kerntangente begründet die Fraktion mit dem Hinweis, nach dem Ausbauplan des Bundesfernstraßennetzes würde die Kerntangente frühestens 1990 gebaut werden können. Außerdem sei noch nicht bekannt, in welchem Umfange der Verkehr in schon vorhandenen Wohngebieten durch den Bau der Tangente entlastet würde und wie sich die Bundesautobahn "Westliche Umgehung" auf den innerstädtischen Verkehr auswirke.

Für den südlichen Teil der Osttangente müsse der genaue Verlauf der. Trasse noch geprüft werden. Durch geeignete Maßnahmen sollte die Bevölkerung vor Belästigungen soweit wie möglich geschützt werden. Die SPD-Fraktion hält es nicht für vertretbar, nur den nördlichen Teil der Osttangente (Ortsumgehung für Langenhorn/ Fuhlsbüttel) zu bauen. Das würde für die Wandsbeker und Barmbeker Bevölkerung in den schon jetzt vorhandenen stark befahrenen Straßen eine nicht zumutbare Belastung bedeuten.

Für die "Westliche Umgehung" soll es nach der Entscheidung der SPD- Fraktion in Altona keinen Zubringer geben. Sie ist sich jedoch im klaren darüber, daß im Bereich Ottensen eine Hauptstra- ßenverbindung geschaffen werden muß. Für die Verbindung Altona? Lurup soll eine U-Bahn- Trasse vorgesehen werden.

Der Flächennutzungsplan wird am 24. und 25. Oktober im Bauausschuß und im Ausschuß für Stadtentwicklung und Flächennutzung in zweiter Lesung und am 5. Dezember in der Bürgerschaft abschließend beraten werden. (Siehe auch Kommentar Seite 2.)

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