Sieben Bürgerinitiativen gegen Stadtautobahn

"Hamburg darf kein Wohnfriedhof werden"

"Hamburg darf nicht einen städtebaulichen Krebstod sterben!" Mit dieser eindringlichen Mahnung wenden sich die "Vereinigten Bürgerinitiativen zur Verhinderung der Stadtautobahn" an Politiker in Hamburg und Bonn. Jede vernünftige Stadtplanung, so fordert die aus sieben Bürgerinitiativen zusammengeschlossene Vereinigung, müsse verhindern, daß aus Hamburg "ein verkehrsgünstiger Wohnfriedhof" wird, ein reines Wirtschafts- und Verwaltungszentrum, das von Jahr zu Jahr von mehr Einwohnern verlassen wird, weil es unbewohnbar geworden ist.

Nach dem derzeitigen Stand der Planung sollen ? allerdings zum großen Teil erst in späteren Jahrzehnten ? noch rund 120 Kilometer Stadtautobahn in der Hansestadt gebaut werden. In einer Dokumentation an die Politiker machen die Bürgerinitiativen dazu folgende Rechnung auf: Damit gehen rund sechs Millionen Quadratmeter Grundfläche verloren, von denen drei Millionen qm Grünfläche, 2,3 Millionen qm Wohnbaufläche, 500 000 qm Wasser und 200 000 qm sonstige Flächen sind.

Dies bedeutet, daß rund 13 800 Wohnungen und mehr als 41 000 Menschen dem Autobahnbau weichen müßten. Dazu kämen noch rund 100 000 Einwohner, die ? am Rande der geplanten Stadtautobahnen und Zubringer wohnend ? einem außergewöhnlichen Lärm ausgesetzt sind.

Die Bürgerinitiativen fordern, daß zunächst ein Generalverkehrsplan erarbeitet wird, "in welchem das Verhältnis von Individualverkehr zu öffentlichem Verkehr harmonisch aufeinander abgestimmt ist", bevor die geplanten Autobahn-Trassen verbindlich im Flächenn nutzungsplan ausgewiesen werden. Es dürfe nicht dazu kommen, daß über ein solches Stadtautobahnnetz "mit riesigen Summen der Selbstmord der Stadt finanziert wird." thi.

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