Gegen Stadtautobahn

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Im Hamburger Abendblatt vom 14. Februar erkennt Dr. Hauke zwar die Bürgerinitiative in der Theorie als nützlich an. Wenn sie sich jedoch, wie im vorliegenden Fall, praktisch betätigt, wird sie verteufelt! Der Einsender beschränkt sich auf diese Verteuf elung, bringt jedoch keine Argumente für seine im Grunde feindselige Einstellung gegen die Bürgerinitiative vor!

Durch die projektierte Stadtautobahn durch den Stadtpark, durch abzureißende ganze Straßenzüge werden zahlreiche Mitbürger ihrer Wohnungen beraubt. Dem Dr. Hauke droht die Zerstörung seines Hauses, seiner Wohnung nicht. Er brauchte sich nicht am Stadtrand irgendwo eine neue Wohnung zu suchen. Wem zuliebe tritt er für das Projekt ein?

Es werden nicht nur ganze Stra- ßenzüge durchbrochen und aufgehoben ? ein Milliardenprojekt, sondern auch unser Stadtpark in seinem wesentlichen Teil zerstört. Durch eine sechsspurige Autobahn und durch Begradigung werden! ganze Streifen unseres herrlichen Stadtparks vernichtet. Dieser einzigartige Park, um den uns viele Bade- und Kurorte beneiden, der mit soviel Liebe und Kosten vom Gartenbauamt betreut wird, verliert außerordentlich viel von seiner eigentlichen Bedeutung als Sauerstoffspender für die umliegenden Wohngebiete sowie als Erholungsgebiet für die Besucher,

die einmal reinere Luft als in den Straßen mit ihrem Autogestank atmen wollen. Durch den starken Autoverkehr und seine Abgase würde der Rest des Stadtparkes verpestet.

Eine Demoskopie, die der Einsender wünscht, liegt schon vor. Über 20 000 Unterschriften von Gegnern des Projektes sind niedergelegt. Die Protestler sind keine fahrenden Gesellen, keine Randalierer, keine Umstürzler. Sie kämpfen für das ihnen zustehende Recht lt. Grundgesetz für ihre Wohnungen, ihr Zuhause; sie kämpfen für die Reinhaltung und Schönheit der Stadt. Sie sind Söhne und Töchter der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie sind Hamburger Bürger! Hans Hinrichs, Hbg. 39

Mitten durch dichtes Wohngebiet unserer Stadt soll ein Netz von ca. 50 Meter breiten Stadtautobahnen gelegt werden. Diesem Plan müßten Tausende von guten Wohnungen, Grün- und Wasserflächen zum Opfer fallen. Und wofür? Damit durch den Individualverkehr die Umweltverschmutzung weitgehend verschlimmert (statt verhindert) wird. Baute man das Schnellbahnnetz aus, würden alle diese menschenfeindlichen Komponenten wegfallen, und die Urbanität der Stadt würde. gewahrt. In anderen Städten hat man gute Erfahrungen mit Umgehungen gemacht.

Prof. Evelyn Distler, Hbg. 38

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