Bezirksamt Nord bemüht sich um Kauf weiterer Vorgärten

Sechsspurig durch die Adolf- und Sierichstraße?

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Die Stadt, die diese Grundstückserwerbungen offiziell als Flächensicherung bezeichnet, stützt sich dabei auf Durchführungspläne, die bereits in die Vorkriegszeit zurückreichen und in einem Teilbebauungsplan von 1959 eine Neuauflage erlebten. Danach ist für die Adolfstraße eine Erweiterung von acht bis zehn Metern Fahrbahn vorgesehen. Dafür benötigen die Verkehrsplaner rund 85 Grundstücksflächen. 69 davon sind inzwischen im Besitz der Hansestadt. Unter anderem hat sich das Liegenschaftsamt dabei einen Teil der Fläche gesichert, auf der das sowjetische Generalkonsulat gebaut wird.

Soll die Adolfstraße auf der Uhlenhorst in absehbarer Zeit zu einer vier- bis sechsspurigen Schnellstraße verbreitert werden? Die Vermutung liegt nahe, nachdem das Liegenschaftsamt des Bezirksamt Nord sich in den letzten Wochen wieder bemüht hat, weitere Vorgärten an dieser Ausfallstraße westlich der Außenalster aufzukaufen.

Nach Planungsunterlagen, die in der Baubehörde, Hauptabteilung Planung von Verkehrsanlagen, ruhen, soll später auch die Sierichstraße in die Erweiterung einbezogen werden. Entsprechende Aufkaufpläne angrenzender privater Grünflächen konnten hier allerdings noch nicht verwirklicht werden, da für die Sierichstraße bisher nur ein Baustufenplan und kein endgültiger Bebauungsplan vorliegt.

Bei den Uhlenhorster und Winterhuder Anliegern hat der neuerliche Vorstoß der Stadt im Zusammenhang mit der Diskussion um eine mögliche Stadtautobahn durch Winterhude erhebliche Unruhe ausgelöst. Es wird vermutet, daß Adolf- und Sierichstraße bei einer Verwirklichung der Pläne Zubringerdienste von und zur City leisten soll.

Zwar hat Bausenator Caesar Meister gegenüber dem Hamburger Abendblatt versichert, daß zur Zeit an einen Ausbau der Strecke vom Schwanenwik zur Bebelallee allein aus finanziellen Gründen nicht zu denken sei. Doch argumentieren die aufgeschreckten Anlieger damit, daß sich die Finanzsituation der Städte und Gemeinden schnell ändern könne, wenn die Kommunen einen größeren Teil aus dem Steueraufkommen des Bundes erhalten. Sollte dies eintreten, stände dem Projekt nicht mehr allzuviel im Wege. LUTZ JOHNER

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