,Der Herr Senator im Altonaer Theater

Ein Despot wird kuriert

Sollte es einen so griesgrämigen und tyrannischen Senator jemals in Hamburg gegeben haben? ? Wie dem auch sei ? er hat zwei Schriftsteller zu dem Lustspiel "Der Herr Senator" angeregt und aus ihm eine Bombenrolle gemacht. Die Autoren: Franz von Schön than (1849 ? 1913), von dem auch der "Raub der Sabinerinnen" stammt, und Gustav Kadelburg (1851"1925), der für Pallenberg die ?Familie Schimek" verfaßte.

Klar, daß der despotische Senator, vor dem alle zittern, im Lauf der Handlung von seiner endlich aufmuckenden Familie zu einem "normalen" Menschen geformt wird.

Hans Fitze als Senator Andersen versah seine Rolle ? jeden Klamauk vermeidend ? mit außergewöhnlich komischen Nuancen. Ihm ebenbürtig Ewald

Koepke als sein Schwiegersohn. Anfangs vielleicht etwas zu stark das Schwankhafte betonend (um das Publikum in Silvesterlaune zu versetzen"), verwandelte er sich rasch in ein originelles, liebenswertes Lebewesen. Eine Delikatesse: sein Walzertanz! ? Die übrigen Rollen sind eigentlich nur Handlanger des Geschehens. Trotzdem gelang es den Darstellern, ihnen Atem einzublasen: Hanni Hagel, Ingeborg Kallweit, Erika Golde, Angelika Merkert und Peter von Schultz. Die Regisseurin Elke Ahlf ließ keine ?toten Punkte" entstehen. Monika Kratz entwarf die hübschen Kleider und Anneliese Bontemps das ansprechende Bühnenbild.

Viel Lachen! Viel Szenenbeifall!

ANNI HARBECK

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