"...und der Regen verwischt jede Spur"

Wer Lübeck liebt, kommt in diesem neuen Alfred-Vohrer-Film voll auf seine Kosten. Selten sah man in einem Film so reizvolle und atmo-. sphärisch dichte Aufnahmen der alten Hansestadt. Da spielt es dann kaum noch

eine Rolle, daß die Filmhandlung konstruiert und dünnblütig ist: -Lübecker Kaufmann mit Dreck am Stecken versucht nicht nur seine Tochter von einem französischen Studenten zu trennen, er will auch den an dem Tod des jungen Mannes Beteiligten vergeblich in seine krummen Geschäfte einspannen. Der Film zeigt das klare schöne Gesicht des Alain Noury und gibt der jungen Anita Lockner Gelegenheit, Talent zu beweisen. Alle übrigen Schauspieler bleiben vordergründig. Das liegt weniger an ihnen als am Drehbuch, und sogar der großartige Wolfgang Reichmann als Lübecker Kaufherr wirkt blaß. hgr

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