Für das Gemeinwohl

Menschlich gesehen

Hamburg, das mit Ehrungen sparsam umgeht, hat die "Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes" an Alfred Johann Levy verliehen. Senator Meister überreichte dem engagierten Kommunalpolitiker, der gestern 71 Jahre alt wurde, die Auszeichnung ("für besonders hervorragende Leistungen zum Besten des Gemeinwohls") in der jüngsten Sitzung der Baudeputation. Ihr gehört Levy seit mehr als 25 Jahren an.

Der gelernte Elektro-Ingenieur und Rundfunkmechaniker-Meister ("ich bin der älteste in Hamburg"), der sich seit 1914 in Barmbek zu Hause fühlt, arbeitete auch am Geburtstag in seinem Laden und Handwerksbetrieb an der Fuhlsbüttler Straße. Es kennzeichnet die unermüdliche Aktivität dieses Mannes, daß er abends noch an einer Sitzung der FDP teilnahm, deren Hamburger Landesverband er mitbegründen half.

Von 1953 bis 1966 vertrat Levy ? mit 18 Jahren war er schon in der Deutschen Demokratischen Partei aktiv geworden ? die FDP in der Bürgerschaft In zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen setzte Sich der erfahrene Politiker besonders bei der Bewältigung der Wohjnungsnot und in Fragen der Landesplanung ein. So wirkte er nach dem Krieg auch an der Entwicklung des Punktsystems für die Wohnungsvergabe mit.

Dem Sport gut seit jeher ebenfalls das Interesse des in den 20er Jahren erfolgreichen Langstrekkenläufers. Von Berufs wegen ist Levy heute noch bei zwei Innungen und der Handwerkskammer tätig. "Ohne meine Frau Gertrud und Tochter Margrit hätte ich das alles nicht geschafft", sagt er dankbar. "Sie haben mir im Geschäft eine Menge Arbeit abgenommen." rup

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.