Gründungssitzung im ADAC-Haus

Ein Gremium, das Verkehrsprobleme anpacken will

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"Hamburger Verkehrsinitiative" heißt ein Gremium, das gestern im ADAC-Haus an der Amsinckstraße gegründet wurde. Behörden, Organisationen und Fachverbände haben bei der Erörterung aktueller Verkehrsfragen ihre Mitarbeit zugesagt. Auch Redakteure des Hamburger Abendblatts und anderer Zeitungen machen mit. Gemeinsames Anliegen aller Beteiligten: die Lösung "brennender" Probleme. Zur konstituierenden Versammlung waren vom ADAC außer Innen-, Bauund Wirtschaftsbehörde auch der Ham-

burger Verkehrsverbund, die Handelskammer sowie Vertreter der drei Bürgerschaftsparteien eingeladen worden. Der Automobilklub möchte, wie Heinrich Ebeling. erster Vorsitzender des Gaues Hansa, sagte, stellvertretend für alle Hamburger eine Mittlerfunktion übernehmen, um bei Bedarf den Anstoß zu wirksamen Sofortmaßnahmen zu geben.

Das Gremium will in unregelmäßigen Abständen Verkehrsfragen, die den Großraum Hamburg betreffen, behandeln, damit ? wie es in der Grünidiungsresolution heißt ? "die Verkehrssicherheit aller Straßenbenutzer gefördert und der fließende Verkehr aufrechterhalten" werde.

Als dringende Themen stehen in Kürze zur Diskussion: Park -and- Ride- Plätze, gestaffelte Arbeitszeiten, Busspuren, unausgelastete Parkhäuser, Fußgängerzonen und gefährliche Stra- ßenkreuzungen. Auch über den Ladenschluß soll gesprochen werden. Wichtigstes Thema bleibt jedoch die Entlastung der Innenstadt. Was muß geschehen, um morgens und abends die leidigen Stauungen auf den Zufahrtsstraßen zu mildern? Eine Frage, die das Hamburger Abendblatt in den vergangenen Wochen zur Diskussion gestellt hat.

Die Gründung der "Hamburger Verkehrsiniitiative" ist zu begrüßen, zumal es keinesfalls ausschließlich um Sorgen und Wünsche der 500 000 Autobesitzer geht. Es kmftin nur gut sein, wenn Sachkenner aus verschiedenen Aspekten das tägliche Dilemma auf den Straßen kritisch unter die Lupe nehmen und gemeinsam nach Verbesserungen forschen. Die zuständigen Behörden sollten deshalb die "Verkehrsinitiative" nicht als Besserwisserei und unerwünschte Einimiiischiung in ihre Kompetenzen werten, sondern als aufrichtige Hilfe zum Wohle aller.

Radikalkuren für Hamburgs Verkehr sind nicht möglich und auch nicht nötig. Aber zweckmäßige Veränderungen da und dort könnten spürbare Erleichterung bringen. Darum geht es der "Verkehrsinitiative" ? nicht um utopische Projekte, die sich nicht finanzieren lassen.

Eine gute Sache also ? eine nützliche Initiative außerhalb der Amtsstuben.

EGBERT A. HOFFMANN

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