Eimsbüttler gegen Stadtplanung

"Der Isebekkanal muß unbedingt erhalten bleiben"

Eimsbüttels Bürger steigen auf die Barrikaden. Ihr Angriffsziel: Der Flächennutzungsplan 73, in dem der Isebekkanal als Trasse für eine "Stadtautobahn ausgewiesen wird. ?Es ist fünf vor zwölf. Wir protestieren gegen diese Entwicklung", hieß es am Sonntagnachmittag auf einer Versammlung der "Interessengemeinschaft Isebek", zu der etwa 300 Bürger in die ET V-Stuben an der Bundesstraße gekommen waren.

"Wir glauben, daß die Erhaltung und Pflege des Kanals und seiner Anlagen wichtiger ist als die durch den Stra- ßenbau evstrebte Zügigkeit des Autoverkehrs." Das steht in einer Erklärung der neuen Bürgerinitiative, die zahlreiche Eimsbüttler gestern spontan unterschrieben. Der Flächennutzungsplan stellt die Grundlage für die Stadtentwicklung in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren dar. Er wird für einen Monat öffentlich ausgelegt.

"Der Senat hat schon jetzt die Chance gegeben", sagte Baudirektor Hans Henning Buchholz, Leiter der Stadtplanungsabteilung im Bezirk Eimsbüttel, "zu einer Trasse Stellung zu nehmen, die vielleicht in 30 Jahren kommen wird." Die Bürger müßten jetzt massiv Einfluß nehmen, forderte Oberstudienrat Rainer Müller. "Wenn die Bürgerschaft erst entschieden hat, kommt unsere Kritik zu spät. Später kann man nicht mehr mit Steinen auf Bulldozer werfen."

Chemiker Dr. Peter Gleichenhagen, Mitbegründer der Bürgerinitiative: "Wiv protestieren gegen die Planung, weil Simsbüttel ohnehin weit weniger Grün als andere Stadtteile hat." Die Interessengemeinschaft will eine Denkschrift für die Bürgerschaft erarbeiten.

Wie in einer Teilausgabe berichtet, erklärte Bausenator Caesar Meister zu der Initiative: "Niemand kann heute schon sagen, ob in 30 Jahren oder später am Isebekkanal oder anderer Stelle einmal eine Stadtautobahn gebaut wird." rup

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